Der Alltag in der NS-Zeit ist ein spannendes Thema. In diesem Buch geht es um den Alltag in einer Institution, die in der Literatur über diese Zeit nicht so präsent ist.
Fritz lebt in einem Lebensborn-Heim in Luxemburg. Sein Vater ist dort leitender Arzt; seine Mutter ist bei seiner Geburt gestorben.
Sein Vater, der Fritz erklärt hat, dass er langsamer und schwächer sei als andere, weil sein Gehirn während der Geburt zu wenig Sauerstoff bekommen habe, erklärt ihm auch, was es mit dem Lebensborn auf sich hat. Die arische Rasse müsse rasch vermehrt werden. 'Born heißt Brunnen. Und Brunnen bedeutet Leben.' Aber Fritz erkennt schnell, dass das nur Schein ist: 'Aber in Wahrheit töten sie alles, was nicht so ist, wie sie es wollen''
Ihm kommen allmählich Zweifel an dem, was sein Vater sagt. Das liegt auch daran, dass er sich in Maria verliebt hat, die eine ganz andere Meinung über die Vorgänge im Lebensborn-Heim hat, als sein Vater.
Als Marias Schwester Aniela ein behindertes Kind zur Welt bringt, soll sie es abgeben. Sie weigert sich, und Fritz muss sich jetzt entscheiden, auf wessen Seite er steht.
Im Nachwort werden Eugenik und Rassenwahn mit der heutigen Sichtweise abgeglichen. Gehen Pränatale Diagnostik und Samenspenden in die gleiche Richtung?
Das Buch bietet viel Stoff zum Diskutieren und liest sich dabei gut. Die Geschichte ist spannend und lebendig erzählt und wäre meiner Meinung nach eine gute Schullektüre.