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Ernst MoldenMP3-Download
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Wiedergabe   1. Ohne Di 2:31 EUR 0,99
Wiedergabe   2. Da Wind 3:08 EUR 0,99
Wiedergabe   3. De Beag 3:10 EUR 0,99
Wiedergabe   4. Heanoisa Oma 3:48 EUR 0,99
Wiedergabe   5. Schbed En Summa 4:16 EUR 0,99
Wiedergabe   6. Sog Wos d Wuesd 4:07 EUR 0,99
Wiedergabe   7. Hanslteich 3:28 EUR 0,99
Wiedergabe   8. Bahnhof 2:38 EUR 0,99
Wiedergabe   9. Stagl Ma d Schui 3:27 EUR 0,99
Wiedergabe 10. Woed Aus Rauchfeng 2:30 EUR 0,99
Wiedergabe 11. Is a Dod Da Mau 3:43 EUR 0,99
Wiedergabe 12. De Blia 2:57 EUR 0,99
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Kundenrezensionen

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
was für wiener... 13. Juli 2009
Von Stephan Urban TOP 500 REZENSENT
Format:Audio CD
das ist eine sehr, sehr gute scheibe!

man kann alles mögliche über die neuerfindung des wienerliedes faseln. eventuell drängen sich hier ein paar assoziationen zu den ganz alten ambros-sachen oder zu ostbahn-kurti's wiener urblues-scheiben auf.
neu erfunden haben das aber nur die musikanarchos von kollegium kalksburg, das hier duftet nicht einmal leicht danach!

willy resetarits ist hier ja auch, zumeist als zweite stimme (bin fast versucht zu sagen: fast wie bei simon & garfunkel) auch mit von der partie!

das ist eigenständig, höchst originell und trotz der tiefschwarzen grundhaltung in den texten auch irgendwie witzig. und es ist halt alles wienbezogen - es stellt sich also die frage, wie das auf einen nicht-wiener wirkt, auf jemanden, der zb nicht weiß, wie es beim "hanslteich" ausschaut.

ernst molden hätte sich mit dieser produktion den durchbruch als künstler im deutschsprachigen raum voll verdient. möge die wienbezogenheit des produktes kein hindernis darstellen.

die musik ist sparsam instrumentiert, die einzelinstrumente und die stimmen sind sehr direkt und frappierend realistisch eingefangen. lediglich die räumliche abmischung hat nicht ganz hingehauen, trotzdem gute vier sterne für den sound!

geheimtipp und möglicher klassiker von morgen. gibts auch auf vinyl.

----------------

nachtrag juli 2010: heute würde ich diese rezension anders schreiben, ich lasse sie trotzdem so stehen. die lieder dieser scheibe sind in der zwischenzeit in mir gewachsen, die melodien sind gute freunde geworden, manche dieser nummern habe ich zwischenzeitig in anderen versionen (zb interpretiert von willi resetarits und dem stubenblues, oder karge live-versionen, dargebracht "nur" von walter soyka und ernst molden) gehört. immer noch mag ich "bubenlieder" am liebsten, aber auf eine andere, weniger persönliche art. die lieder hier gehen (einzige ausnahme "am hanslteich") mir direkt ins gemüt, ich bin froh diese melodien zu kennen, die scheibe braucht zeit um sich im geneigten hörer zu verdichten, dann aber verdient sie mindestens zehn sterne!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein neues Genre: Gstettenrock! 26. November 2010
Format:Audio CD
Dies ist ein Album, dem man sich von mehreren Seiten nähern kann oder sollte.

Oberflächlich gehört, finden sich nette Melodien und nette Texte, ein schlagzeugloses Ensemble zwischen Country, Indie und Gstettenrock, bei dem Walther Soyka an der Knöpferlharmonika ausser bei der Titelnummer auffällig unauffällig agiert, Hannes Wirth aussergewöhnliche Fill-ins auf seiner Telecaster einwirft, Ernst Molden hochinteressante Gitarrenarbeit leistet und mitunter Willi Resetarits zu hören ist...

Damit könnte man das Album abtun, was allerdings ein arger Fehler wäre, eine eingehende Beschäftigung mit dieser Scheibe bringt zusätzlich Ungewöhnliches zutage. Bemerkenswert auch, wie sich hier alle Töne aneinander reiben und dabei eine angenehmen Wärme erzeugen.

Die Titelnummer "Ohne Di" ist ein origineller Gassenhauer mit einer Killermelodie und einem einprägsamen Akkordeonriff.

Die zweite Nummer "Da Wind" streichelt vielleicht beim ersten Hören das Nervenkostüm des Hörers nur, dann aber schwingt es nach, verdichtet sich, geht nicht mehr aus dem Kopf.

Gleiches gilt für "De Beag", ein seltsamer Song mit einem unruhigen Rhythmus.

"Heanoisa Oma" ist auch sehr nett.

"Schbed en Summa" ein großartiger, wunderbarer, berührender Song, Walther Soyka spielt zum Wegschmelzen schöne Harmonien.

"Sog wos d wuest" schafft das Kunststück, nach diesem ersten Höhepunkt nicht abzustinken, sondern sogar noch ein klein wenig draufzusetzen.

"Hanslteich" ein holpriger, einerseits an Tom Waits erinnernder Song, andererseits noch dem Wienerlied am nächsten, mit rabenschwarzem Text.

"Bahnhof" ein Blueser mit Ohrwurmgarantie, ein Song, den man nach dem ersten Mal hören immer schon gekannt hat, den es immer schon gegeben hat, Ernst Molden hat ihn nur aufgeschrieben! Willi Resetarits spielt hier zudem eine grenzgeile Mundharmonika.

"Stagl ma d Schui" - ein beschwingter Song - ebenfalls mit einer Melodie, die es immer schon gab und die man nur aufschreiben mußte. Bei diesem Song wird das Gesangskonzept zwischen Willi Resetarits und Ernst Molden besonders deutlich. Wie selbstverständlich umschmeicheln sich die beiden Stimmen, ein Lied, das einem wirklich den Tag retten kann!

"Woed aus Rauchfäng" ein Song mit Ecken und Kanten, der vielleicht ruppigste Song auf diesem Album, mit sarkastisch schwarzem Text und wiederum einem Killerrefrain.

"Is a dod da Mau" ein Song der eigentlich nur aus einem saustarken, bluesigen Riff und einem tiefschwarzen Mantra mit ein wenig Auflockerungstext dazwischen besteht.
Ein Song, den ich am Anfang gar nicht mochte, in der Zwischenzeit aber großartig finde. Nicht umsonst gibt's den bei Molden-Konzerten oft als letzte Zugabe.

"De Blia" ein würdiger, poetischer, wunderschöner Abschluß dieses großartigen Albums, das Lied erzeugt schöne Bilder im Kopf, der Text verstellt ein wenig den Blick auf die sanft dahingleitende Melodie, großartig!

Für alle, die amerikanische und österreichische Singer/Songwriter schätzen, ein Muss, sie werden in beiden Richtungen bedient!

An dieser Stelle heißen Dank an alle, die mich dazu gebracht haben, mich mit Ernst Molden zu beschäftigen!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
er lebt, der mann 25. November 2009
Von guitar TOP 1000 REZENSENT
Format:Audio CD
auf dem album "wien" fanden sie erstmals zusammen, beim song "hammerschmidtgassen": willi resetarits und ernst molden. damals entstand die idee, ein ganzes album zusammen aufzunehmen. molden, immer schon ein rasend schneller arbeiter, wenn die inspiration da ist, schrieb daraufhin ein sackl voller lieder mit resetarits' stimme im kopf, fuhr von seiner wohnung im dritten wiener hieb über die donau nach floridsdorf zu resetarits, und spielte ihm die stücke vor. resetarits musste laut eigener aussage ein bisserl weinen, weil die musik halt gar so schön war. außerdem gabs da noch ein, zwei lieder ("is a dod da mau", "de blia"), die molden schon länger im gitarrenkoffer hatte.

das ergebnis ist jedoch kein duo-album, sondern eher eine band-darbietung, mit molden als frontman. molden schrieb die songs, singt die raue, nah am sprechen liegende hauptstimme, spielt seine wunderbar elegante, zwischen folk, blues und rock wohnende (akustik)-gitarre. resetarits singt meist die zusatzstimme, weich, intonationssicher, gar nicht so raunzend, wie man es von ihm kennt - und spielt eine ganz ausgezeichnete mundharmonika. hannes wirth (von a life a song a cigarette) steuert harsche, unfrisierte akordzerlegungen an der telecaster bei. walter soyka spielt das akkordeon, völlig kitschfrei, sehr intensiv, ungesüßt. und auch karl stirner, normalerweise soykas duettpartner, ist auf einem stück mit seiner zither vertreten.

die musik hat - obwohl instrumentarium und mundart diese assoziation nahelegen - nicht das geringste mit den harmonien des wienerlieds zu tun, sondern sie kommt von der amerikanischen volksmusik. die jüngsten alben von bob dylan können als ungefähre benchmark dienen, auch indie-americana klingt an. beim gesang vermeiden molden und resetarits - leider, möcht ich fast sagen - mit größter strenge die terzenseligkeit von simon & garfunkel oder von österreichischer volksmusik. meist singen sie strengere intervalle, nicht selten singen sie unisono, oft auch nur abwechselnd, nicht gleichzeitig.

die sprache ist wienerisch (erstmals auf einem album mit molden-eigenkompositionen), aber sie ist wie immer bei molden erstens phonetisch durch dessen dunkle, verschliffene vokale überformt und daher etwas ganz eigenständiges, zweitens ohnehin nur trägermedium für moldens ganz großartige, merkwürdige poesie zwischen licht und schatten. eine formulierung wie (aus dem kopf ungefähr zitiert) "des garagentor quietscht wia a oame söl", die muss einem erst einmal einfallen.

ein herrliches beispiel für moldensche lyrik ist auch "is a dod da mau". molden lag mit seinem sohn auf der donauinsel, als sie einen körper im wasser vorbeitreiben sahen. "papa, ist er tot, der mann?", fragte der bub. erst als sich der körper bewegte, wurde ihnen klar, dass es sich nur um einen besonders lethargischen schwimmer handelte. molden machte daraus den chorus "is a dod da mau? is a dod da mau? is a dod da mau? is a scho gsturben? is a dod da mau? is a dod da mau? is a dod da mau? oder stirbt er erst murgen?" dieses schaurige mantra wird von einem extraschwarzen, scheppernden blues großartig vertont.

ein eindrucksvolles album, dem ich ganz knapp den fünften stern verwehre, weil ich finde, dass molden auf "wien" und "bubenlieder" als songschreiber noch präziser, noch schärfer, noch packender agiert hat. manchmal wirds mir auf "ohne di" dann beinahe zu beschaulich.

aber nur beinahe. ein ganz starker künstler, den zu entdecken ich dringend empfehle.
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