Ohne Blut - der Titel täuscht! Blut wird viel vergossen in diesem neuesten Werk von Baricco. Im Krieg war Manuel Roca ein Schlächter, ein Folterer. Nun wird er nach dem Krieg von vier Männern ermordet, sein junger Sohn, der ihm zu Hilfe eilen wollte, wird ebenfalls erschossen, einzig die kleine Tochter überlebt in einem geheimen Kellerloch versteckt. Der jüngste Rächer entdeckt sie zwar, behält dies aber für sich und verschont sie, berührt von ihrem Anblick, ihrer Reinheit.
Jahrzehnte später, drei der Täter sind eines unnatürlichen Todes gestorben, treffen sich der junge Mann von damals und das nun altgewordene kleine Mädchen. Sie erzählen sich ihre Versionen der Vergangenheit, der alte Mann spürt, dass ihn sein Schicksal eingeholt hat.
Eine Geschichte vom Krieg im Frieden, von Sinn oder Unsinn, von Rache, von verschiedenen Wahrnehmungen. Manuel Roca war den einen ein verhasster Schlächter, der Tochter aber ein geliebter Vater. Ein stilles Buch, in welchem viel geschwiegen wird. Ein Buch, das berührt, das nachdenklich macht. Trotz aller Untaten ein sehr friedliches, schönes Buch.