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Ein Leben freilich, das für die Gerettete vor allem eines ist: qualvolle Buße für etwas, das sie selbst nicht zu verantworten hat. Und ein Leben, dem abermals die Rache zu seinem bestimmenden Inhalt wird. Fast schon am Ende dieses Lebens -- und nachdem alle anderen an der Hinrichtung Beteiligten schon selbst Opfer ihrer Tat geworden sind -- taucht das Mädchen vor der kleinen Losbude auf, in der ihr damaliger Retter seinen Lebensunterhalt verdient.
Ohne Blut ist der fünfte Roman aus der Feder Alessandro Bariccos und ein kleines Meisterwerk. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass sich schon bald der eine oder andere Drehbuchautor über dieses Buch beugen wird, um es mit großer Lust zu durchpflügen. Ein noch größeres Vergnügen nämlich als die bloße Lektüre dürfte es machen, die Fäden der Geschichte versuchsweise einmal hier und dort aufzunehmen, um sie mal aus dieser, mal aus jener Perspektive, mal mit diesem Anfang und jenem Ende, mal chronologisch dem Roman folgend, mal die Mitte an den Anfang oder ans Ende setzend zu erzählen. Baricco schreibt, so hat es den Anschein, nicht weniger als für den Leser für das Kino. Das war bereits bei Seide so und bei Novecento war es nicht anders. Ohne Blut aber ist in dieser Hinsicht vollkommen. --Andreas Vierecke
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Baricco einmal anders,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ohne Blut (Gebundene Ausgabe)
Ich habe ihn begeistert gelesen, den romantisch-fantastischen Baricco in "Novecento", "Seide", "Oceano mare" und den humorvoll-skurrilen Barico in "City". Ganz anders sein neuer Roman. Mit ungeschöntem Realismus erzählt er vom Krieg, oder genauer seinen Verbrechen. Davon, was der Krieg mit den Menschen anrichtet, wie er ihr Wesen, ihr Leben für immer verändert. Die Zerstörung die er hinterläßt ist kalt, ohne Leben, ohne Blut.Wird die Heldin irgendwann vergeben können, wieder leben können, nachdem sie als kleines Mädchen Zeugin war, wie ihr Vater und ihr Bruder hingerichtet wurden? Nun, Baricco wäre nicht Baricco, wäre da nicht am Ende ein Lichtstreif von Hoffnung am Horziont. Packend und ergreifend. Der Krieg ist nur dann zu Ende, wenn er in unseren Köpfen und Herzen beendet wurde! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wann endet der Krieg?,
Von
Rezension bezieht sich auf: Ohne Blut (Gebundene Ausgabe)
Für inhaltliche Beschreibungen verweise ich auf die amazon-Zusammenfassung und die anderen Rezessenten.Der Turiner Baricco hat seinen puristischsten Roman vorgelegt, in dem er ganz bewusst versucht, die Dinge mit wenigen, aber den richtigen Worten darzustellen. Dies gelingt ihm meisterlich. Auf spartanische Weise sagt er alles, was nötig ist, um das Thema der Kriegsfolgen moralisch, emotional und philosophisch voll zu erfassen und nachzuempfinden. Besonders aufgenommen habe ich zwei kurze Passagen, wie ich sie nie zuvor gelesen habe und nie vergessen werde (Die Entscheidung des Sohnes/Die Einladung ins Hotel - mehr sei nicht verraten). Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein anderer Baricco,
Rezension bezieht sich auf: Ohne Blut (Gebundene Ausgabe)
Ohne Blut - der Titel täuscht! Blut wird viel vergossen in diesem neuesten Werk von Baricco. Im Krieg war Manuel Roca ein Schlächter, ein Folterer. Nun wird er nach dem Krieg von vier Männern ermordet, sein junger Sohn, der ihm zu Hilfe eilen wollte, wird ebenfalls erschossen, einzig die kleine Tochter überlebt in einem geheimen Kellerloch versteckt. Der jüngste Rächer entdeckt sie zwar, behält dies aber für sich und verschont sie, berührt von ihrem Anblick, ihrer Reinheit.Jahrzehnte später, drei der Täter sind eines unnatürlichen Todes gestorben, treffen sich der junge Mann von damals und das nun altgewordene kleine Mädchen. Sie erzählen sich ihre Versionen der Vergangenheit, der alte Mann spürt, dass ihn sein Schicksal eingeholt hat. Eine Geschichte vom Krieg im Frieden, von Sinn oder Unsinn, von Rache, von verschiedenen Wahrnehmungen. Manuel Roca war den einen ein verhasster Schlächter, der Tochter aber ein geliebter Vater. Ein stilles Buch, in welchem viel geschwiegen wird. Ein Buch, das berührt, das nachdenklich macht. Trotz aller Untaten ein sehr friedliches, schönes Buch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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