Von einem anderen
Heft der Reihe durchaus angetan, wollte ich mir "Oh dieses Polnisch" gönnen, als Einstimmung für eine Kurzreise, als Ergänzung der rudimentären Floskelkenntnisse und einfach auch als unterhaltendes Buch.
Das war nicht ganz der Fall. Landeskunde hat jeder normale Sprachführer von PONS & Co. mittlerweile mehr. Floskeln gibt es ebenso eher wenig einsatzfähige mit auf den Weg. Und unterhaltsam? Statt dessen wird der Kalauer zu "Polen" sicherheitshalber gleich zweimal im Heft verwendet, auf dass man auch sicher nicht mehr lacht.
Was ist enthalten: ziemlich viel zu der vertrackten Aussprache des Polnischen. Vertrackt ist sie zumindest, wie hier dargestellt. Es wäre wohl auch einfacher gegangen. Zu dem verflixten durchgestrichenen l und dem e mit Cedille drunter ist doch Lech W.s Name die beste Eselsbrücke, oft genug in der Tagesschau gehört.
Auch die verschiedenen Fälle des Polnischen kommen vor. Hier gleichsam bleibt der Leser ratlos zurück. Wenn schon der Vokativ, also die Anredeform erwähnt wird: wann wird denn nun welche der Varianten eingesetzt, wenn ich 'mal jemandem 'richtig' ein Hallo sagen möchte? - Und warum werden zwei! Seiten mit einer schnöden Lehnwortliste (auf)gefüllt? Ist eine Homonym-etc.-Liste wirklich so zentral? Warum hat die Wort-Liste schließlich ausführlich Körperbegriffe, die sich mit Hand und Fuß genauer deuten ließen, sodann April, ... und im April, ... aber nicht einmal die Minimalfloskeln wie Bitte, Danke, Hallo, Ich heiße, ... aufgeführt?
Die beiden Autoren wollen zeigen, wie kompliziert doch die Sprache ist. Nur das haben sie geschafft. Doch selbst bei gerade nur 50 Seiten habe ich bereits gekämpft, ob ich es fertig lesen soll.
Und nun auch das Positive, schließlich müssen auch drei Sterne verdient sein: die berühmt-berüchtigten Zungenbrecher sind aufgeführt und die Nationalhymne; ein paar aufgeführte Sprichwörter waren auch ganz amüsant.