Deutscher Schnösel arbeitet in Rumänien und da er von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, wagt er es, sich in die Dauergeliebte seines verheirateten Chefs zu verlieben und will sie gar noch heiraten. Unerhört, so was! Hätte sich ja vorher mal über die Sitten dieses vogeblich steinzeitlichen Landes, in dem einst Dracula residierte, informieren können. Natürlich betrügt seine Möchtegern Freundin Brindusa alias Alexandra M. Lara, unseren deutschen Michel weiterhin mit dem Chef. Blut ist, besonders in Rumänien, dicker als zarte Liebesbande.
Chef Iorga (lieber Count Yorga mit Robert Quarry sehen!) fehlt nur noch das Messer zwischen den Zähnen, um das Klischee perfekt zu machen. Sein Liebchen gibt er natürlich nicht kampflos preis. Das Ringen des aufbrausenden Südländers mit dem korrekt-unbeholfenen Nordländer kann beginnen. Wer die meisten Tricks und Kniffe kennt, gewinnt.
Da der Deutsche natürlich zu uninteressiert ist, Rumänisch zu lernen und auch ansonsten alle deutschen Darsteller nur Arroganz und Desinteresse gegenüber der rumänischen Kultur versprühen, kann man sich die Frage selbst beantworten, für wen sich Brindusa am Ende entscheidet. Na, dämmert's schon....
Natürlich für den leidenschaftlichen Landsmann, den Choleriker, der seine Frau betrügt, sich nimmt, was er will, rumschreit, unrasiert umherstolziert (so was ist immer cool!) und notfalls auch zur Selbstverletzung schreitet, um die Heirat mit dem aalglatten Bürschchen aus dem blühenden Kulturbollwerk, das Lichter, Lafer, Lecker und JBK erschaffen konnte, zu verhindern.
Frauen waren seit jeher Besitz und so soll das auch bleiben. Wäre ja noch schöner, wenn ein Fremdling es wagen darf, diese Macho-Idylle, die auch dem unterwürfigen Frauchen unterschwellig gefällt, zu zerstören. So der bedenkliche Unterton des Films.
Die neuen deutschen Filmemacher, in ihrer Masse seit jeher Meister in der Inszenierung niederreißender und selbsgeißelnder Filme, haben hier wieder einen aufputschenden Beitrag zur Katharsis der Seele der Nation abgeliefert, der nun natürlich beansprucht, als große Kunst durchzugehen und auch schon, dem üblichen Automatismus für Betroffenheits-Filme dieser Art entsprechend, einige Preise eingeheimst hat. Schön auch, dass Alexandra M. Lara ihren Vater in einer Nebenrolle, die dieser sehr gut meistert, unterbringen konnte. Bislang kannte man dieses bezahlte Familienhappening besonders von Starmime Uwe Ochsenknecht, der seinen hochtalentierten Sohn in Deutschlands hochwertiger Filmkunstwelt unterbringen konnte. Wie sympathisch und beruhigend ist dieser neuer Trend für alle angehenden Schauspieler, die keinen "Filmstar" in der Verwandtschaft haben und noch daran glauben, dass echtes Talent und Leistung zählen.
Der Abschiedsdialog des gescheiterten deutsch-rumänischen Techtelmächtels lautet lapidar: "Geh zurück nach Deutschland, Geh!" Wie befohlen, so geschehen. Aber da gefällt's ja gerade nicht und wenn man jetzt noch nicht mal mehr in Rumänien, dem Land mit dem Deutschland auf Innigste seit Jahrhunderten geschichtlich und literarisch verbunden ist (das wusste der Filmemacher Didi Danquart wohl nicht), frei lieben darf, wohin sollen die ungeliebten und sich selbst verlorenen, häßlich gezeichneten, Deutschen dann auswandern? Es ist geradezu lächerlich, zu zeigen, wie ein Deutscher in Rumänien arbeitet und sich dort verliebt und nicht das geringste Interesse für die andere Kultur, mit der sein Land so viel geschichtlich-kulturelle Gemeinsamkeiten hat, zeigt. Dass so interkulturelle Lieben scheitern müssen, ist absehbar. Welches Bild zeichnet der Film von den Repräsentanten beider Länder: Der Rumäne an sich ist liebenswert, leidenschaftlich, viril, schlitzohrig, stolz auf seine Kultur. Der Deutsche an sich dumpf, steif, blöd, langweilig, identitätslos, Materialist und ein Schlaffi. Der Film ist eine Beleidigung für jeden rumänischen und deutschen Zuschauer. Über interkulturelle Liebe ist hier nichts außer Klischees am laufenden Band zu erfahren. Eine ärgerliche verzerrende Groteske gegen die Völkerverständigung. Insgesamt ein sehr niederreißender Film.