Meditative Ruhe zeichnet die neue CD aus; die ersten, leicht exotisch verfärbten Töne von Garbarek geben die Richtung vor: die Blickrichtung ist östlich, denn im Gegensatz zu Officium haben sich das Hilliard Ensemble und JG Armenien vorgenommen. Dort haben sie die Kompositionen von S. Komitas entdeckt. Melancholie erweckt jahrhundertealte Melodien zu neuem Leben und bieten eine solide und tragfähige Grundlage für die Improvisationen von Jan Garbarek.
Er schmiegt sich manchmal umerklich ein und ist dann vom Hilliard Ensemble kaum zu unterscheiden: sozusagen die fünfte Stimme!
Kurz entlädt sich ein eindringliches, aufblitzendes Sopransaxophon, um dann aber wieder zur meditativen Rue zurückzukehren. Bis auf ein Stück ( N0. 10) fließt die Musik dahin, nur in diesem geben Rhythmus und Tempo den Ton an, kehren aber wieder zum Ausgangspunkt zurück. Das Hilliard Ensemble mit unglaublicher Präsenz, Präzisiioin und Aufmerksamkeit, JG mit sich der Musik unterordnender Grundhaltung.
Ein phantastisches Album, was sicherlich an den überragenden Erfolg von Officium anknüpfen wird. ( Weihnachten ist ja nicht mehr wirklich weit...)