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Officium

Garbarek/Hilliard Ensemble, Jan Garbarek Audio CD
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (40 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Komponist: Morales, Rue, Perotinus, Dufay
  • Audio CD (20. September 1994)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Ecm Records (Universal)
  • ASIN: B000025IL0
  • Weitere Ausgaben: Audio CD  |  Hörkassette  |  MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (40 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 7.812 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

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Produktbeschreibungen

Rezension

Ein Kunstwerk zu beschmieren, gilt gemeinhin als Barbarei - das hat nicht einmal der inzwischen zur Figur der Kunstgeschichte erhobene Sprayer von Zürich gewagt. Und nach der Reinigung der Fresken in der Sixtinischen Kapelle dürfte Rom für alle Saubermänner und -frauen der Welt ein kulturpolitisches Reiseziel sein. Aber was etwa der Österreicher Arnulf Rainer mit übermalten Fotos der Atombombenkatastrophe von Hiroshima und anderen Vorlagen kürzlich in Wien, was Dieter Schnebel mit der orchestralen Übertünchung von Schuberts Fantasie-Sonate gewagt hat, gilt längst als schöpferische Kategorie der authentischen Zeitebenen-Vermischung in der Kunst. Auf nachschöpferischem Gebiet haben Vergleichbares nun der Jazz-Saxophonist Jan Garbarek und das A-cappella-Quartett der Hilliards versucht. Das Ensemble singt von gregorianischer Einstimmigkeit (um ein harmonisches Baßgerüst bereichert) über frühe niederländische Polyphonie (Perotin, Dufay) bis hin zu deren Höhepunkten bei Pierre da la Rue und Cristóbal de Morales sakrale Sätze, die Garbarek mit dem Sopran- und Tenorsax kommentiert. Sie sind teils als improvisatorische Arabesken ins kirchentonartliche Umfeld gesetzt, können sich aber auch harmoniefremd als Konfliktpotential in der akustischen Übermalung verselbständigen. 150 Jahre nach Adolphe Sax' Erfindung des Saxophons wird das Jazz-Instrument, das einst bei Jules Massenet als psychedelisch transzendierende Kraft in der E-Musik eingesetzt war, für diese zurückgewonnen. Das dürfte manchen Jazz- und Klassik-Fan irritieren, aber das einzige, was man Garbarek vorwerfen kann, ist, daß er nicht noch weiter in der konfliktreichen Verselbständigung seines Instruments gegangen ist. Dem trägt die Tontechnik Rechnung, indem sie das Saxophon zu stark in den Vordergrund stellt. Dennoch: eine faszinierende Klangreise über 77:41.

© Stereoplay -- Stereoplay

Wunderbar rein und klar klingen die Stimmen des Hilliard Ensembles, und ebenso natürlich schlängeln sich Jan Garbareks Tenor- und Sopransaxophon durch die mittelalterlichen Gesänge der vier Briten. Wie eine fünfte Stimme wirken die Saxophon-Töne, und doch bewahren sie eine hauchfeine, angenehme Distanz zu den 15 Gesängen aus dem 13. bis 16. Jahrhundert. Die Begegnung fiel so intensiv aus, daß sich nach Góreckis ruhmreicher 3. Symphonie und den gregoriantischen Gesängen der spanischen Mönche womöglich ein neuer Klassiker-Hit anbahnt.

© Audio -- Audio

Produktbeschreibungen

Officium

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neu und aussergewöhnlich heisst nicht schlecht 7. März 2008
Format:Audio CD
Wenn es um Messen und andere Sakralweke von Dufay, De la Rue und Perotin geht- Werke, die zum Teil vor mehr als 500 Jahren geschrieben wurden, erwartet man für gewöhnlich kein Saxophon, das dann ja doch ziemlich modern ist. Klar, weder Dufay noch die anderen Herrschaften kannten so etwas wie ein Saxophon- sie haetten niemals daran gedacht, dass es mal etwas geben wird, das Saxophon heissen wird- aber: Heisst das denn, dass man Perotin nicht auf dem Saxophon spielen darf? Es gibt so einige Herrschaften, die der festen Überzeugung sind, dass man Werke die vor 500 Jahren geschrieben wurden, so zu singen hat, wie sie damals gesungen wurden. Nichts darf neu ausprobiert werden- Neues wird als 'Schande' bezeichnet. Nun, diese Aufnahme will weder Referenzaufnahme, noch historisch 'richtig' sein. Das einzige, was sie will und was sie auch kann (zumindest bei mir und bei allen meinen Freunden, denen ich diese CD vorgespielt habe) ist: eine Atmosphaere zu komponieren, die man bisher so nicht erlebt hat. Dem zu Tode traurigen und unendlich harmonischen Klang des Hilliard Ensembles gesellt sich naemlich die leise saeuselnde Stimme des Saxophons von Jan Garbarek. Und da Perotin und all die anderen Genies, die diese Musik mit unglaublicher Dichte geschaffen haben gewiss nirgends vemerkt haben, dass ihre Musik nur historisch korrekt zu singen sei, erlaube ich es mir, zu behaupten, dass die Musik auf dieser CD ihren Zweck ganz erfüllt: Sie ist weder für Neureiche gedacht noch für Altarme. Sie ist für jeden und will nur schön sein, zum traeumen bewegen. Musik zu machen, Musik zu schreiben ist eben deshalb so schwer, weil Musik nur dann gut ist, wenn der Interpret auch etwas von sich da reinsteckt. Perotin ist tot. So singen wie er, kann keiner mehr, egal wieviel Forschung man betreibt. Also bitte ich die Vorrezensenten, nicht so zu tun, als ob sie wissen würden, wie das ganze vor 500 Jahren klang und fordere sie höflich auf, Individualitaet als Bereicherung anzusehen und sich zu vergegenwaertigen, dass die Zeit vergeht und alles um sich herum veraendert. Musik ist etwas, das der Seele entspringt, also ist es sinnlos, zu versuchen, ihr irgendwelche irdischen Grenzen aufzuzwingen. Wer dennoch denkt, dass alles historisch korrekt sein muss, kann sich ja von seiner Luther-Bibel verabschieden und das lateinische Orginal aufsuchen, um sie dann unter 'historisch korrekten' Bedingungen zu lesen. Schliesslich ist alles andere für Neureiche...

Wer sich aber von der Aesthetik sphaerischer Klaenge gerne verwöhnen laesst und Neues nicht verurteilt, sollte hier zugreifen!
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46 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Keine leichte Kost... 12. Oktober 2005
Format:Audio CD|Von Amazon bestätigter Kauf
Dieses Werk entzweit die Hörer wie kaum ein anderes. Alte Musik meets Jazz-Saxophon - kann das gutgehen? Während die eine Seite den Untergang der Musik beklagt - auch in vielen Rezensionen hier nachzulesen - ist die andere Seite begeistert. Ich gehöre zu den Begeisterten, seit ich vor vielen Jahren diese CD geschenkt bekommen habe. Der einzige, allerdings dicke Minuspunkt ist die Abmischung, die das Sax viel zu weit in den Vordergrund holt. Was hätte diese Aufnahme noch werden können, wenn das Instrument mehr mit den Stimmen verschmolzen wäre? So bleibt immerhin die fantastische Interpretation des Hilliard Ensembles, wenn auch Garbareks Saxofonlinien häufig einfach zu laut sind (wenn auch gelungen). Der Stilgegensatz erschließt sich nicht so leicht, die CD ist beim ersten Hören ziemlich "sperrig" (huch, was passiert denn da?). Die Klänge werden eingängiger, hört man sie häufiger. "Officium" hat damals übrigens mein persönliches Interesse für alte Musik geweckt - und auch für die Aufnahmen des Hilliard Ensembles, von denen sich mittlerweile einige angesammelt haben. Wenn der bis dato jazz-orientierte Zuhörer sich fragt "Wie klingt das denn ohne Saxofon?" und der Klassik-Fan wissen möchte "Was spielt Jan Garbarek denn sonst noch?", dann wäre das sicherlich ein Schritt, den musikalischen Horizont zu erweitern. Meiner Meinung nach ist "Officium" ein - bis auf den genannten Schwachpunkt - gelungener Versuch, völlig unterschiedliche Musik zusammenzubringen und ihr damit vielleicht auch neue Hörer zu erschließen. Empfehlenswert!
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Klassiker 9. November 2002
Von Ein Kunde
Format:Audio CD
Als ich diese CD geschenkt bekam, war ich zunächst skeptisch: Gregorianik und Saxophon - kann das überhaupt zusammen passen?
Doch wurde ich schnell eines besseren belehrt... Jan Garbarek und das Hiliard Ensemble haben etwas Unglaubliches geschafft: eine Symbiose von zwei Musiken, die hunderte von Jahren auseinanderliegen und die zu einem völlig neuen Klang verschmelzen.
Wer sich auf dieses Experiment einlässt, kann neue Klangwelten erleben und tief eintauchen in diese ruhige und gleichzeitig so leidenschaftliche Musik.
Für mich jedenfalls ein absolutes Muss an langen und dunklen Herbstabenden...
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5.0 von 5 Sternen alles gut
Mehr ist dazu nicht zu sagen. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Wieso diese Mindestanzahl von Worten ...
Vor 27 Tagen von Ingo Wendt veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein Muss für Freunde alter und neuer Musik
Wenn man Musik hören möchte, die einem innere Ruhe und Gelassenheit beschert, kann ich dieses Album sehr empfehlen. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von christine bietz veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Schöne Musik
Das ist einfach eine schöne und meditative Musik. Da spielen und singen Virtuosen mehrerer Genres. Man kann sich einfach fallenlassen und genießen.
Vor 4 Monaten von Josef Schubert veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen wie erwartet
was soll man sagen, klasse, als Download billiger- so muss es sein, eine CD kann man selbst brennen.
Zeitlos und ein Ohrenschmaus
Vor 4 Monaten von Henry Belter veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Spitzenmusik von Spitzenkönnern
Eine kongeniale Zusammenarbeit von Jan Garbarek und dem Hilliard Ensemble - einfach Streicheln für die Ohren und die Seele! Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von silverado veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Garbareks Tröte stört zunehmend...
Seit vielen Jahren schon verwende ich Jan Garbareks „Officium“ in der Advents- und Weihnachtszeit zu Meditation und Andacht. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Peter Badstübner veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Officium
diese CD ist sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr schön (so, sind das jetzt 20 Worte?)
Vor 16 Monaten von Znerol veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Offizium von Jan Garbarek
Diese CD schwebte mir schon sehr lange "im Ohr" herum, ich wußte nur nicht, wer sie interpretiert hat. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Mai 2011 von moonsnake
5.0 von 5 Sternen Officium
Wow, das geht richtig gut ab. Die sakralen Chorklänge des Hilliard Ensemble und dazu das Saxophon von Jan Garbarek - man taucht ein in eine spirituelle Welt sphärischer... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Mai 2011 von Christiana
4.0 von 5 Sternen was gibt es da zu meckern?
Die Einspielung weckt immerhin bei vielen Interesse für sehr, sehr alte Musik. Das kann ich nur hoch einschätzen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Februar 2011 von David Block
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