Was habe ich dieses Buch verschlungen. Beim ersten Aufstöbern auf amazon.de war ich mir nicht ganz sicher, ob dieses Buch wirklich ernstgemeint ist. Dann habe ich es zu Hause aufgeschlagen und das selbstironische Vorwort gelesen - ich war mir noch weniger sicher, ob dieses Buch sich wirklich ernsthaft mit diesem "Kinderspiel" auseinandersetzt.
Naja. Und dann hat mich das Buch und der Stil, in welchem es geschrieben ist, einfach nur aufgefressen. Und: das Buch nimmt sich wirklich ernst. UND: Stein, Schere, Papier ist ein Spiel, das es wirklich in sich hat. Auch wenn man es vielleicht noch nie von einer hintergründigeren und sportlich-professionellen Seite betrachtet hat.
Hier wird jedenfalls erklärt, wo das Spiel eigentlich herkommt. Welche Unterarten es gibt. Wie man bei seinem Gegenspieler erkennt, welcher Typ er ist (ist er eher introvertiert von seiner Körperhaltung, woraus man schon einige taktische Ableitungen machen kann oder ist er ein gewitzter Taktierer, der weiß, was man unter einem "Crescendo-Spielzug" versteht), was einen Anfänger von einem Pro-Spieler unterscheidet, wie man seinen Gegenspieler erfolgreich und auf legalem Wege aus der Verfassung bringen kann und warum diverse "Extra-finger-figuren" niemals offiziell anerkannt werden (warum z.B. Dynamit neben dem Stein, dem Papier und der Schere nicht verwendet werden darf; weshalb auch der Spockgruß und der neuerdings auch auftretende "Lizard" überhaupt nicht logisch in das alte Spielkonzept passen und und und)...
Ich musste beim Lesen unzählige Male schmunzeln und lachen und mein taktischer Horizont hat sich beim Stein-Schere-Papier Spiel in ungeahnte Gebiete erweitert.
Beim nächsten Match werde ich es gleich ausprobieren, ob es wirklich ein so tolles Ablenkungsmanöver ist, mitten im dritten Spiel plötzlich von der rechten Hand auf die linke Hand zu wechseln :)