Der Grund für meinen Kauf lag darin, dass ich bei einem Kunden diesen Drucker installiert hatte, den dieser sich über den Handel selbst besorgt hat. Es handelt sich um eine kleine Praxis, die ein Multifunktionsgerät mit allen 4 Grundfunktionen (Drucken, Kopieren, Faxen, Scannen) haben wollte. Bis dato habe ich selbst meinem Farblaserdrucker vertraut und eigentlich jeden belächelt, der noch Tintendrucker kauft. Dann war ich aber von den vielen Features dieses Gerätes sehr angetan und habe daher mir den gleichen Drucker gekauft.
Da ich noch nicht alle Funktionen des Gerätes benutzt habe, kann es sein, dass ich evtl. zu einem späteren Zeitpunkt noch Änderungen dieser Rezension vornehme, wenn mir weitere Dinge positiv oder negativ auffallen sollten.
Die Vorteile des Office-Jet 8500A Plus:
1. Separate Druckköpfe und Tintentanks. Tintenpreis moderat
Wenn etwas verstopft ist nicht gleich die Tinte mit hinüber, da die Druckköpfe separat sind. Die Kosten für die Originaltinte sind - relativ - moderat, so dass ich mir sogar überlege nur HP-Tinte zu kaufen. Mein Farblaserdrucker war wirklich teurer, was aber auch daran lag, dass er oft Mucken gemacht hat und ich teilweise aufgrund von Defekten halbgefüllte Kartuschen wegschmeißen musste.
2. 3 Jahre Garantie
Dies war ein sehr gewichtiges Kaufargument für mich. Eine Gewährleistung oder Garantie, die über 2 Jahre hinausgeht ist selten geworden. Viele Geräte werden bewusst auf eine kurze Lebensdauer hin konstruiert. Bitte unbedingt daran denken: Wer 3 Jahre Garantie will, muss das Gerät über die HP-Webseite registrieren lassen.
3. Gute Software und Treiber
Was mir vor allem in diesem Punkt Freude bereitet hat, war der integrierte Webserver. Der Drucker ist bei mir über das Netzwerk angeschlossen und ich kann über eine Browseroberfläche Einstellungen vornehmen und Infos abrufen. Sehr gefreut hat mich die Möglichkeit gewisse Faxnummern sperren zu lassen. Lästiger Fax-Spam von gewissen Nummern kommt bei mir exakt nur einmal durch und dann hat es sich auch schon, weil ich gleich die Nummern in eine Blacklist aufnehmen kann.
4. Das Gerät ist voll unter Linux lauffähig
Alle Funktionen sind bei mir unter Kubuntu 10.10 gegeben und ansteuerbar. Mit hplip ist Drucken und Scannen vom PC aus möglich. Dank integriertem Webserver (s.o) sind viele Einstellungen auch betriebssystemunabhängig möglich.
5. schneller Ausdruck
Bedeutend schneller als mein alter Farblaserdrucker, bei dem einem in der Zeit ein Bart wuchs, wenn eine Seite ausgedruckt wurde.
6. Nette Zusatz-Apps
Normalerweise bin ich kein Freund von solchen Spielereien. Aber bei der Durchsicht der Apps, bin ich doch tatsächlich auf eine App gestoßen, die mir sehr gut gefällt: ich kann mir Notenblätter ausdrucken (als Musiker freut mich dies natürlich). Ansonsten schließe ich mich den Vorrednern an: welcher normaldenkende Mensch druckt sich seine Nachrichten über eine App aus. Mag aber sein, dass es auch Menschen gibt, die dieses Feature so freut, wie mir die Notenblattfunktion Spaß gemacht hat.
7. Gute - durchdachte - Menüführung
Menüführung und Softwareergonomie ist für mich auch ein Punkt, den ich bei vielen Herstellern bemängeln muss und bei dem sich HP, zumindest bei diesem Gerät, viel Mühe macht. Sowohl das Menü des Webservers als auch das des kleinen Displays ist aufgeräumt, logisch strukturiert und intuitiv zu bedienen.
8. Alle Anschlussmöglichkeiten gegeben:
Per USB, WLAN, Netzwerk oder ePrint ansteuerbar. In dieser Hinsicht also die berühmte eierlegende Wollmichsau.
9. Moderater Stromverbrauch
Unser alter Laserdrucker war sehr energiehungrig. Wir sparen jetzt eine Menge Strom mit diesem Gerät.
Und nun die natürlich auch vorhandenen, bis jetzt entdeckten, Nachteile:
1.Schwarze Klavierlackoptik
Herr, lass diese Mode endlich vorübergehen (und nie wiederkommen) und beschere uns wieder Geräte, die nicht schon nach gefühlten 10 Sekunden von Fingerabdrücken und Fettflecken übersät sind.
2. Dickes Manko - keine Mehrseitenfaxfunktion bei manuellem Auflegen
Man soll es nicht glauben - Hier wurde doch tatsächlich vergessen eine Mehrseitenfunktion in die Software einzubauen. Über den Dokumenteneinzug kann ich zwar mehrere Seiten auf einmal faxen. Uns ist es aber passiert, dass wir ein ausgefülltes Formular manuell auf die Glasplatte auflegen mussten, da es mit Vorder- und Rückseite zu faxen war. In einem solchen Fall müssen 2 Faxe geschickt werden, oder man muss eine Seite erst kopieren und dann Originalvorderseite und Kopie der Rückseite in den Vorlageneinzug einlegen. Wie bescheuert ist denn so was? Da hat der verantwortliche Softwareentwickler aber einen ganz schlechten Tag gehabt. Wer Dokumente hat, bei denen Vorder- und Rückseite gefaxt werden sollen, die zu dick für den automatischen Einzug sind, geklammert oder getackert sind, hat also schlechte Karten. Benutzer an HP: "Bitte nachbessern".
3. Unnütze Programme und Autostartfunktionen
Ok, es ist nicht nur ein Problem von HP, dass sie uns mit solchen Dingen nerven. Aber diese gefühlten 1 Million Zusatztools und Progrämmchen, die einen meist auch noch den Autostart zukleistern sind einfach nur lästig und ärgerlich. Wer sich nicht auskennt und im Vertrauen die gesamte vorgeschlagene Installationsroutine durchrauschen lässt, wird mit ca. 80 % Softwareschrott belohnt, den keiner braucht und keiner will. Obwohl es jede Firma macht, erwähne ich es trotzdem als Nachteil, weil ich darauf warte, dass endlich mal ein Hersteller in dieser Hinsicht vernünftiger wird.
4. Billiger Kunststoff und wacklige Teile
Auch ein Problem, das nicht nur HP hat. In diesem Fall war übrigens unser alter Farblaserdrucker sehr viel besser. Die heutigen Geräte sind alle nicht mehr sehr solide gebaut. Wenn man vorsichtig mit dem Gerät umgeht, wird es schon reichen. Aber für die Ewigkeit baut heute keiner mehr.