Erster Eindruck: Auf den Spuren des Pharaos
In einem ägyptischen Museum lernen der Hacker Georg Brand und Tatjana Junk den Hobbyägyptologen Nat Mickler kennen, der ihr Interesse an der Arbeit von Howard Carter und seiner Suche nach dem Grab des Tutanchamuns weckt. Seit der berühmte Forscher die Grabkammer des Pharaos geöffnet hat, ist das Gerücht eines Fluchs im Umlauf, der jeden tötet, der die Ruhe des Herrschers stört. Auf einer Bootsfahrt auf dem Nil erfahren T-Rex und Nolo mehr über diesen Fluch, und kommen schließlich dem Geheimnis auf die Schliche...
Nach der Live-Folge zum Thema "Jack the Ripper" kehrt die 22. Folge der Verschwörungstheorien-Serie "Offenbarung 23" wieder zu ihrer gewohnten Dramaturgie und Machart zurück. An sich ist das Thema "altägyptische Pharaonen und ihre angeblichen Flüche" ja kein gänzlich uninteressantes, allerdings ist es hier bei weitem nicht so spannend aufgeaarbeitet, wie es hätte sein können. Der größte Teil besteht aus aneinander gereihten Fakten und Vermutungen, die teilweise heruntergerasselt wirken. Die Leidenschaft aus den ersten Folgen scheint leider ziemlich aufgebraucht. Es scheint nur noch darum zu gehen, zu irgendwelchen Themen, die kaum noch einen Bezug zu unserem T-Rex zu haben scheinen, mehr oder weniger haarsträubende Verschwörungen zu präsentieren. Das ist schade um den wirklich tollen und innovativen Ansatz, aber so wirkt es leider wie in einem mäßig spannenden Geschichtsbuch.
Keine Frage, die Sprecher sind wie immer professionell und glaubwürdig. Allerdings wirken besonders David Nathan als T-Rex und Marie Bierstedt als Nolo etwas unterfordert, die bloße Aufzählung einer Mischung aus Fakten und Vermutungen ist für die an dramatische Rollen gewohnten Sprecher wohl zu wenig. Die zauberhafte Ulrike Hübschmann hat wieder einen Auftritt als Zeitungsreporterin Marianne Benedit, ihre angenehme Stimme bildet einen schönen Ruhepol in dem Hörspiel. Außerdem hören wir Maria Koschny, Jaron Löwenberg und Helmut Krauss. Till Hagen hat als Ian G. die Rolle des Erzählers übernommen, auch hier überzeugt er vollkommen.
Die musikalische Unterlegung ist gut gelungen, kann aber die Dialoge nicht wirklich retten oder aufwerten. Die dramatischen Arragements würden bei anderer Storyführung sicherlich den Zweck erfüllen, die spannensten Stellen noch temporeicher zu gestalten und in den ruhigeren Passagen den Hörer in Sicherheit zu wiegen. Die Geräusche sind wie immer glaubhaft und passend eingesetzt.
Ich finde die Gestaltung mit dem Bild vor schwarzem Hintergrund immer noch sehrschön, dieses Mal sehen wir die berühmten Darstellung des Tutanchamun mit verschiedenen altägyptischen Hiroglyphen. So wird eine gewisse Mystik erzeugt. Die schlichte Aufmachung, auch im Inneren, passt zum sachlichen Thema der Serie.
Fazit: Leider kein Volltreffer aus einer Serie mit einem tollen Grundkonzept. Viel zu emotionslos und nüchtern. Hoffen wir auf die nächste Folg