Der Untergang der New Economy -- es war wohl nur eine Frage der Zeit, wann sich der Verschwörungstheorie-Autor Jan Gaspard auch diesem Thema annehmen würde. Und wieder geht er mit einer für den Zuhörer ziemlich schwierigen Detailversessenheit zu Werke. Zudem dauert es etwas, bis die Story in Gang kommt - aber etwas so komplexes wie der größte Raubzug der Menschheitsgeschichte braucht wohl etwas mehr Hintergrundbemalung, um erklärt zu sein. Was dann in der zweiten Hälfte des Hörspiel abgeht, ist dann wieder Ohrentheater der absoluten Spitzenklasse, zumal die präsentierten Theorien und Erklärungen wieder bis ins Detail überprüfbar sind und aus realen Fakten konstruiert sind. Das söhnt dann auch wieder mit der seltsamen Konstruktion um die Hauptperson Victor aus, der man wohl nur schwer folgen kann, wenn man den Rest der Hörspielserie nicht kennt. Konzentriert man sich aber allein auf die erzählten Fakten um den Zusammenbruch von Börsenblasen, funktioniert die Story wieder sehr gut. Und wie immer - die finale Pointe um die schwarze Tulpe ist zwar auch ziemlich anspruchsvoll, aber verdammt gut recherchiert. Ganz zu schweigen von den wie nebenbei erzählten Fakten um die Ligthing Ceremony und deren unglaublichen Bezügen zur Hochfinanz. Was auch sehr schockierend ist in dieser Offenbarung 23 Folge, ist die Tatsache, dass der Autor Ross und Reiter nennt - und belegt, wie deutsche Medien im Zusammenhang mit den Betrügen rund um den Zusammenbruch der New Economy offensichtlich nachträglich die wahre Geschichte "korrigieren". Sehr verstörend!