Helmut Lohner mag ja ein guter Schauspieler sein. Als Regisseur, zumindest für das Musiktheater, eignet er sich leider nicht. Seine Inszenierung von Offenbachs "Schöner Helena" aus Zürich ist statisch, uninspiriert und vor allem unmusikalisch. So gut wie nie wird szenisch umgesetzt, was musikalisch intendiert ist. Im wesentlichen bleibt es bei langweiligem Rampensteh-Theater. Darüber können auch die Pop-Art-Kostüme nicht hinwegtäuschen. Das tut einem um so mehr leid, als die Sänger dieser Aufführung großartig sind, und mit Vesselina Kasarova eine Titelbesetzung der Extraklasse zur Verfügung stand. Sie kann immerhin noch andeuten, daß sie unter einer phantasievolleren Regie auch eine darstellerisch überzeugende Helena sein könnte. Nicolaus Harnoncourt am Pult nähert sich Offenbachs Musik wie zu erwarten mit der gebotenen Ernsthaftigkeit, fern ab jeder verlogenen Operetten-Seeligkeit, doch mit dem nötigen Humor. Doch was nützt das alles, wenn sich optisch immer wieder die gähnende Langeweile breit macht?