Poisonblack sind ja bekanntermaßen der Goth-Rock-Lichtblick schlechthin, seit Sentenced beschlossen haben, den Sarg in der Erde verschwinden zu lassen. Nicht zuletzt liegt das NATÜRLICH an Ville Laihiala, der es (zum Glück) einfach nicht lassen kann und neben seinen gesanglichen Kompetenzen auch ein erstaunlich guter Gitarrist zu sein scheint. Dies und mehr beweisen die Jungs auch auf der relativ frischen Scheibe "Of Rust and Bones", die im Gegensatz zu ihren Vorgängern nicht mehr Gefahr läuft, in der Belanglosigkeit zwischen einer gefühlten halben Milliarde anderer Alben finnischer Jammer-Bands zu versinken. Stattdessen hebt die CD sich durch markante Flexibilität und düster-erwachsene Klänge von der Masse ab. Es wird ein erfrischender Stilmix geboten, der zu Recht & Freude eine herbe Note enthält, die frappierend an die so wohlklingenden späten Sentenced-Werke erinnert.
Zum Teil klingt "Of Rust and Bones" etwas wuchtiger als seine Vorgänger, zum Teil machen sich neue Einflüsse breit, wie etwa im rauchig-jazzigen "Down the Drain". Insgesamt ist die CD den anderen in technischer Hinsicht deutlich überlegen, sodass diesmal auch anspruchsvollere Hörer einen Grund haben, Poisonblack eine Chance zu geben. Die Bewegung weg von der "HIM/Mainstream-Front" war eine großartige Entscheidung, die der Band endlich ein eigenes Kolorit verleiht, das sie aus dem Schatten großer Namen heraustreten lässt.
Anspieltipps sind der energiegeladene Opener "Sun Shines Black" und das ausladende "Invisible".
Eine sehr gute CD, die ihr Geld durchaus Wert ist, gerade, wenn man die musikalische Ausrichtung von Sentenced mochte - wobei angemerkt werden sollte, dass Poisonblack textlich etwas ernster zu Werke gehen als die zynischen Klassiker es noch vor einigen Jahren zu tun pflegten.