Mit dem genialen "Udopia"-Album hatte Udo den Gipfel erklommen. Wie sollte er da noch einen drauf setzen? Kurz: Nach dem nur teilweise überzeugenden Ausflug ins Hardrock-Genre mit der LP "Keule" bedeutete "Odyssee" den Beginn seines Abstieges als musikalisch und textlich kreatives Genie. Von nun an sind für viele Jahre auf den folgenden Udo-Scheiben immer 2-3 starke Stücke enthalten u. daneben viel Durchschnitt und Schwaches.
Odyssee beeinhaltet mit "Sonderzug nach Pankow" den allseits bekannten witzigen und inzwischen historisch bedeutsamen Mega-Hit. Dafür lohnt sich vielleicht schon die Anschafung der CD zu einem günstigen Preis. Daneben ist der druckvolle Liebessong "Du knallst in mein Leben" und mit Abstrichen der Titelsong noch hörenswert. "Kleiner Junge" ist ein ganz schwacher Abklatsch seines tollen Lieds "Wozu sind Kriege da".
Auch über die restlichen Songs sollte man den Mantel des Schweigens decken: Musikalisch nach dem Abschied der Panikorchester-Besetzung einfallslos und uninspiriert,textlich teilweise eine Zumutung. Das Schreiben fiel ihm offensichtlich schwer- keine genialen Wortkreationen, stattdessen Reime nach dem Prinzip "Reim dich oder ich fress dich!"
Bsp. gefällig? "Ich bin beim Bund, ich bin beim Bund, ich bin ja so ein armer Hund", "Mein Onkel Joe wohnt in Sizilien und wenn er Swing hört, fängt er immer an zu schilien."
Nee, Udo...!