McDevitt schafft wunderbar spannende sciFi-Geschichten, die uns mit Geheimnissen und jeder Menge Sense of Wonder in ihren Bann ziehen. Seine Charaktere sind lebendig - und troz all der fortschrittlichen Technik, die sie umgibt, erscheinen sie uns so nah als wären sie Zeitgenossen. Insofern freue ich mich auf jeden neuen Roman, den ich von McDevitt in die Finger bekomme.
Leider muss man feststellen, dass der Autor den Standard jedoch nicht immer hält. Auch wenn er mittlerweile große Routine darin hat, Spannung aufzubauen, wird bei einigen seiner neueren Romanen doch immer wieder das Lesevergnügen geschmälert durch etwas zu banale Plots und längere Durststrecken, in denen nichts Relevantes geschieht. "Odyssee" ist ein gutes Beispiel dafür. Und auch für eine weitere Schwäche McDevitts: Die aufgebaute Spannung entlädt sich oftmals in etwas lieblos scheinenden Enden und Auflösungen. Bei "Odysse" hat man gar den Eindruck, dass es sich um einen ersten Teil eines Fortsetzungsromans handelt, denn viele Fragen bleiben völlig offen. Obwohl viele Punkte offen bleiben - oder gerade deshalb? - hätte man die Handlung auch auf gut die halbe Seitenzahl eindampfen können - so wäre der Roman in jedem Fall flüssiger und noch spannender ausgefallen.
Insgesamt ist "Odysse" der bislang schwächste Roman dieses Autors, den ich gelesen habe. Trotzdem hat er einen recht hohen Unterhaltungswert - wenn er auch keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.