Die Platte "Odes", veröffentlicht 1979, dokumentiert als erste (und für mich bessere) der beiden Veröffentlichungen die Zusammenarbeit von Irene Papas und Vangelis Papathanassiou und hätte gerechterweise, jedenfalls nach meinem Darfürhalten, unter dem Titel "Irene & Vangelis" erscheinen sollen, da sie eher den Geist und den kompositorischen Ansatz des Vangelis atmet und lebt (statt des auf ihren restlichen Werken - mit Ausnahme ihrer Gasteinsätze bei Mikis Theodorakis - doch eher folkloristisch/bouzouki-lastigen Ansatzes der herb- schönen Irene).
Eireni Papa (wie die Griechen sie nennen und schreiben) erlangte Weltruhm durch ihre Filmrolle als "Die Witwe" in der Verfilmung unter der Regie von Michael Cacoyannis des "Alexis Sorbas nach der Literaturvorlage von Nikos Kazantzakis. Überzeugend wirkte sie auch unter dem nämlichen Regiesseur im Film "Die Trojanerinnen" als Helena oder als "Elektra" in Pasolinis gleichnamigen großartigen Schwarz/weiß Film (allesamt heute nur noch selten zu sehen). Weniger gelungen ist ihr Auftritt an der Seite von James Cagney im Western "Mein Wille ist Gesetz"...Schade, dass man meines Wissens zur Zeit von ihr nur eine, in den USA in den 60er Jahren eingespielte traditionelle CD in Westeuropa oder den USA erwerben kann...auch die Arbeiten mit Theodorakis gibt es meines Erachtens zur Zeit nicht zu kaufen...
Vangelis Papathanassiou verließ Griechenland 1968 nach dem rechtsorientierten Militärputsch und emigrierte nach Paris, wo er unter anderem mit Demis Roussos
die wunderbare Band "Aphrodite`s Child" ("Rain and Tears", "It`s Five o`clock") gründete und mit dem frühen Einsatz diverser Synthesizer brilliert. Das letzte Album der Band, die Doppel-Rille "666" erlangte selbst unter Studenten durch seine eindeutige politisch antifaschistisch orientierte Aussage (in der Hoffnung auf Befreiung Griechenlands von der Diktatur) Kultstatus, bleibt aber mit nur 2 Gesangstiteln unter den Möglichkeiten der Band. Vangelis veröffentlichte zahlreiche gute (und einige mißlungene) Solo-Platten im Laufe der Jahrzehnte, unter denen vor allem "Opera Sauvage" (Jon Anderson an der Harfe) und "Chariots of Fire" besonders zu nennen wären; auch sind diese beiden Scheiben der Zusammenarbeit von Irene und Vangelis artverwandt. Noch näher beieinander stehen sich die 4 Platten von "Jon & Vangelis" zu "Odes und "Rapsodies", und ich empfehle diese CD`s ausdrücklich allen, die insbesondere "Odes" genauso mögen wie ich - insbesondere die CD "Short Stories" aus dem gleichen Jahr.
Ein anderes Meisterwerk des Vangelis ist natürlich auch die Filmmusik zu "1492 - The Conquest of Paradise".
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1974, als Rick Wakeman die Band Yes verlassen hatte kam es zu einer Annäherung von Jon Anderson zu Vangelis, den man als möglichen Wakeman-Nachfolger in Betracht zog - um sich dann elegant unter Vorschützung der Flugangst des letzteren aus der Affäre zu ziehen, denn allein Steve Howe und Vangelis hätten nicht wirklich zusammen gepasst...
Besonders gelungen und ein absolut einmaliges, monumentales Werk ist für mich gleich das erste Stück "Les quarante Braves", dass in der sogenannten Popmusik einzigartig dasteht. Schade, daß man die Texte nur in ihren französischen Übersetzungen beigegeben hat. Man denkt an Sophokles oder die 300 heldenhaften Spartaner beim Hören dieses beseelten Liedes.
Genau wie bei den Arbeiten von Vangelis mit Jon Anderson ist es die faszinierende Tatsache, daß gerade über absolut synthetisch erzeugte keyboard-Musik ein Sänger bzw. eine Sängerin mit Tiefe und Seele den ganzen Bogen menschlicher Wärme bis hin zu bittersten Leid einzigartig ausleben kann....
Besonders herausstellen möchte auch ich noch das lieblieche "Menousis", dass das Meisterwerk beendet.