Fast möchte man schreien: endlich! Endlich trauen Sie sich mal an die Stromgitarren, endlich wird einmal Druck und ja auch Rockmusik gespielt auf einem Travis Album.
Daß Fran Healey ein guter songwriter ist, war ja bekannt, aber die bis jetzt überwiegend akkustisch arrangierten Stücke seiner Band begannen dann doch schon ein bißchen zu langweilen, und da ist es umso löblicher, daß Travis sich jetzt auch einmal in Rockgefilde trauen, auch wenn das nicht alles so ganz gelingt.
Die ersten paar songs auf diesen Album sind zwar schöne Rocker und da und dort auch mal mit experimentellen Zutaten gewürzt (ein Art Carmina Burana Chor kommt zum Einsatz), aber man wird da das Gefühl nicht los, daß Healey sich in dieser neuen Rolle nicht so ganz wohl fühlt, was wahrscheinlich daran liegt, daß ein fach seine Stimme zu harten Bluesrocksong einfach nicht so ganz passen will. Bei den poppigeren songs ab der Mitte des Albums wird es dann aber schlagartig sehr gut, und wie man da teilweise den sound von anderen Bands (z. Bsp. The Doors auf ,Friends', oder U2 auf ,Song To Self')) emuliert bekommt, ohne daß die Band nur eine lächerlich Kopie der jeweiligen davon abliefert hat große Klasse.
So ganz ging das neue Konzept der rockigen Travis noch nicht auf, aber es ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, und vielleicht werden die ja noch zu einer echten Konkurrenz für Coldplay. In freudiger Überraschung deswegen 4 Sterne.