War "Boy" noch ein belächeltes, aber wegen seines Energiereichtums gerngehörtes Album, so ist "October" bereits um Meilen besser. Dieses Album deutet bereits an, was U2 mit "Unforgettable Fire" und "Joshua Tree" wenige Jahre später für geniale Alben produzieren würden, bereits 1982 setzte die Band mit diesem Werk Akzente. "Gloria" ist heute ein U2-Klassiker, der das Album mit einem Kochen der Gefühle eröffnet; einer meiner Lieblingssongs der Band. "I Fall Down" ist wieder mal die "nette zweite Nummer", hübsch, aber nicht gerade umwerfend. "I Threw A Brick..." ist durchaus gewöhnungsbedürftig, meiner Meinung nach aber absolut klasse. Toller Gesang zu spärlichster Instrumentierung - hübsch. "Rejoice" ist ein klassischer U2-Rocker, ebenso "Fire", beide zeigen eine Reife, die bei "Boy" noch nicht da war. "Tomorrow", eine Hymne an Bonos verstorbene Mutter, ist gefühlvoll und emotional, ein Aufschrei Bonos in der Stimme - großartig. "With A Shout" bringt das Album wieder zu Tempo, während "Stranger In A Strange Land" etwas langweilig dahertrabt - meiner Meinung nach die einzige Schwachstelle des Albums. "Scarlet" ist hübsch und still und erinnert mich an Songs wie "Promenade" vom Unforgettable Fire-Album. "Is that all?" klingt so ähnlich wie "The Cry", das U2 unter anderem auf "Blood Red Sky" als Intro zu "Electric Co." spielten; guter Abschluß eines tollen Albums, das neben Unforgettable Fire eindeutig das am meisten unterschätzte Edelsteinchen in U2s Karriere ist. Mein Tip: etwas Zeit lassen, um sich reinzuhören und dann nur noch genießen...