Die Ärgernisse zuerst:
- Der Knopf von der "Einknopfbedienung" sitzt so locker auf dem Innenschalter, das er bei der Fahrt durch die Vibration des Autos STÄNDIG einen sirrenden Ton von sich gibt, weil er links, rechts, vorne und hinten gegen die Knopfeinfassung des Gehäuses stößt. Diese hochfrequente Geräusch nervt nicht nur beim Autofahren (ich wusste erst gar, wo dieses Geräusch plötzlich herkam und hatte schon die Klimaautomatik im Verdacht), sondern "untermalt" die Aufnahmen der Kamera permanent und übertönt sämtliche anderen Geräusche, die das Mikrofon aufgenommen hat, sehr effektiv: Das Öffnungsloch für das Mikrofon liegt nur 1mm vor diesen rappelnden Knopf. Quick&Dirty-Lösung: Mit einem Stück Klebeband den Knopf fixieren, aber nicht so stramm ziehen, das der Knopf seinen Dienst tut, also die Kamera bedient. Sieht sehr unschön aus und funktioniert auch nur mit viel Fingerspitzengefühl.
- Die Ausrichtung: Ich habe den Kamera rechts neben dem Innenspiegel, also nicht in meinem Blickfeld montiert. Hierbei ist es nicht möglich, die Kamera so auszurichten, das der Horizont des aufgenommenen Bilds parallel zum gedachten Horizont verläuft. Man muss sich verrenken und mit dem Auge direkt hinter der Kamera peilen, um diese vernünftig ausrichten zu können. Hätte der Hersteller eine Markierung oder eine Nut-Feder-Konstruktion auf der Haltegabel und der Kamera installiert, wäre dieses Problem keines mehr. So ist es immer ein Ratespiel.
- Die Halterung: Beim Auspacken klebte die Haltestange so fest am Saugnapf, das er nur mit sanfter Gewalt abzulösen war. Beim ersten Versuch, die Kamera an die Windschutzscheibe zu pappen, fiel das ganze Ensemble immer wieder runter. Nach einiger Zeit merkte ich, das der Saugfuß so nicht funktionieren konnte, er war vollflächig mit der Kunststoffrückseite des Fußes verklebt. Erst nachdem ich den Saugfuß befreit hatte und er frei unter dem Kunststofffuß baumelte konnte er genügend hoch nach oben gesaugt werden um eine starke Saugkraft auf die Scheibe zu bringen.
Von "Fett" auf der Kugel und in der Pfanne ist nichts zu sehen, da ist alles fettfrei, aber schön stramm. (Bei Temperaturen um die 20 Grad). Mir persönlich ist die Haltestange auch viel zu lang, die Kamera sitzt relativ weit von der Scheibeninnenseite entfernt. Ein zweites Gelenk direkt am Fuß wäre auch schön gewesen. So ist man ziemlich eingeschränkt. Die Kamera an der Seitenscheibe zu montieren halte ich nicht für gut, dafür öffne ich die Scheiben zu gerne und wenn man nicht dran denkt und die Scheibe elektrisch runterfährt... Na, ich will gar nicht wissen was da passiert, denn der Saugfuß kann horizontal zur Haltestange schon ganz schöne Kräfte aufnehmen.
- Das Schlimmste aber: Wenn die Speicherkarte voll ist zerstört die Kamera nachweislich das FAT-32-Format der Karte. Perfide dabei ist: Man merkt ja gar nicht, wenn die Karte voll ist (im Kabelbetrieb wird der Akku ja immer wieder aufgeladen) und schon ist es passiert, alles was vorher drauf war ist am heimischen PC nur noch Datenmüll und die Karte hat eine Restkapazität von 0%. Neuformatierung bringt die teure Karte wieder ans Laufen, aber das kann es doch wohl nicht sein. Habe es mit verschiedenen SDHCs ausprobiert, es ist bei jeder Karte das selbe. (Übrigens: 3x35 Minuten passten auf der 8GB-Karte drauf, beim der 4 35min-Fahrt ist es dann passiert.)
- Das Bild ist ausreichend klar und deutlich (Bei Sonnenschein und klarer Frontscheibe). Schilder und Nummernschilder kann man nur dann erkennen, wenn das eigene Auto steht und das Auto mit den Nummernschildern auch. Steht man an einer Kreuzung sind die Autos, die von Links nach Rechts fahren nur als verwischte Farbflecken zu sehen. In der Dämmerung und im Dunkeln ist die Kamera kaum zu gebrauchen, jede Lichtquelle überstrahlt alles andere. Bei Kurvenfahrten oder einfachem Abbiegen verwischt das Bild sehr schnell sehr unscharf. Dieser Effekt verschwindet wieder, wenn der Wagen wieder geradeaus fährt.
- Während der Fahrt bzw. wenn die Kamera angebracht und ausgerichtet ist, kann man die vier Kontroll-LEDs nicht sehen. Man kann also nur hoffen, das die Kamera auch wirklich im Aufnahmemodus bleibt, was sie nicht immer tut. Ohne eine Regelmäßigkeit erkennen zu lassen hört die Kamera nämlich mittendrin auch mal gerne auf.
- Das Video wird nicht in eine Datei gespeichert, sondern in vielen Stückelungen zwischen wenigen und einigen hundert Megabyte groß. Auch hier lässt sich eine Regel nicht erkennen. Man muss die Schnipsel also zu Hause mit einem Programm zu einem Video zusammenfügen.
- Oft genug um mich zu ärgern meldet meine VLC-Player (Multimedia-Programm für Windows), das eine der AVI-Dateien der Kamera kaputt sei. Nach einer Reparatur, die das Programm netterweise anbietet kann ich mir das File dann doch ansehen.
- Es gibt keine Staubschutzkappe für die Linse. Hier hat man wirklich zu viel gespart.
- Die Mini-CD konnte von meinem Bluray-Brenner und DVD-Brenner (Beide LG) und meinem portablen DVD-Laufwerk (Samsung) nicht korrekt gelesen werden, so das ich nur das übliche Programm von Microsoft für Webcams kopieren konnte. Das deutsche Handbuch ist für mich nicht erreichbar. (Braucht man auch nicht: Hauptschalter an, 1x drücken = Kamera schaut nach ob eine Karte drin ist (Blaue LED) und geht dann in den Bereitschaftsmodus (orange LED), noch 1x drücken = grüne LED blinkt = Kamera nimmt auf.
Nochmal 1x drücken, Aufnahme wird gestoppt.)
Darüber freue ich mich:
- Man kann sie auch als Webcam gebrauchen, weil im Auto taugt die Kamera in meinen Augen nichts.