Erwin Strittmatter wird leider oft immer noch mit grauer verstaubter Nachkriegsliteratur in Verbindung gebracht. Mit diesem (wie mit vielen seiner anderen Bücher) beweist er wunderbar, dass man über Schicksale aus der ärmsten Bevölkerungsschicht Geschichten schreiben kann, welche einen auch/oder vielleicht gerade in unserer heutigen Überflussgesellschaft in diese schwere Zeit versetzen. Er beschreibt die dort lebenden Charaktere so detailliert und mit einer gewissen Hintergründigkeit, dass man glaubt, sie persönlich kennen gelernt zu haben.
Lope Kleinermann zieht den Leser in den Bann einer armen Bauernfamilie, die sich trotz härtester Arbeit kaum das nötigste leisten kann. Und trotzdem führt er ein Leben, hat Freude und Trauer, lernt Menschen zu schätzen und zu misstrauen und hat viele Träume.
Ich empfehle jedem, sich auch an Erwin Strittmatter heranzuwagen. Dieses Buch ist ein guter Einstieg, bevor man es mit der Laden-Trilogie aufnimmt.