Vorwort
Vorwort Es waren einmal 30 Rokokofiguren, die reisten eines Tages von Venedig nach Lauterbach im Schwarzwald. Ursprünglich aber kamen sie aus Neapel, wo sie im 18. Jahrhundert einem Königssohn Jahr für Jahr die Weihnachtsgeschichte erzählten. So könnte es gewesen sein. König Karl III. von Neapel (1735-1759), der schon in seiner Kindheit Freude an bunten Krippen hatte, gab Künstlern genügend Geld und freie hand, immer neue Figuren und Landschaften zu gestalten. Und dank Karls sächsischer Frau konnte auch die bedeutende Meißner Porzellanmanufaktur ihre Kunst im neapolitanischen Krippenbau beweisen. Die ausdrucksvollen Köpfe sind aus Terrakotta, zweimal gebrannt und mit Augen aus Kristallglas versehen. Holzgeschnitzt sind die Hände und Füße, beweglich gemacht durch ein Drahtgestell. Liebevoll gestickt und geklöppelt die neapolitanischen Trachten. Lauterbacher Krippenbauer bauten schließlich 1993 das Werk zu einer achteckigen Rundkrippe um.