Nachdem der erste Teil - Oceans Eleven - ganz akzeptabel war, hoffte ich das die Fortsetzung eine ähnliche Qualität haben wird. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.
Schon die ersten Minuten sind für jemanden der Teil 1 nicht gesehen hat total verwirrend. Da besucht nämlich der bestohlene Casinoboss aus Teil 1 alle elf Beteiligten des Raubes und stellt ihnen das Ultimatum die Beute innerhalb von zwei Wochen mit Zinsen zurückzuzahlen. Die Szenenwechsel dabei sind so schnell, dass wohl auch viele die den Vorgänger sahen Mühe haben werden dem zu folgen.
Was unternimmt Danny Ocean + Team denn nun um die ~ 190 Millionen Dollar zurückzuzahlen? Rauben sie Fort Knox aus? Stehlen sie die Kronjuwelen? Nein.... sie wollen die älteste Aktie der Welt an sich bringen. Wert: ca. 2,5 Millionen Dollar.
Ähm... 2,5 Millionen? Ja, was besseres fällt ihnen nicht ein.
Damit sie an das Wertpapier kommen müssen" sie in einer aufwändigen Aktion ein komplettes Haus um ein paar Zentimeter anheben. Denn nur so (?) kann ein Armbrustbolzen direkt über der Alarmanlage in die Wand geschossen werden. Naja... komplizierter geht´s nicht mehr. Spontan fallen mir weniger aufwändige Alternativen ein. Außerdem ist es total unlogisch, dass innerhalb der kurzen Zeit (ein paar Tage) das mehrstöckige Haus wie geplant angehoben wird (von der Besorgung des dafür benötigten Equipments wollen wir erst gar nicht erst sprechen).
Bis zu diesem Zeitpunkt ist der Film ziemlich langweilig. Danach wird die Langweile nur mehr von der unverständlichen Handlung übertroffen. Es gibt schnelle Schnitte zu Rückblenden und anderen Orten die mehr verwirren als dem Tempo des Filmes dienlich zu sein.
Weiter mit der Handlung: Der Aktiendiebstahl misslingt, weil ein anderer Dieb den Oceans-Team zuvor kommt. Dieser fühlt sich nämlich in seiner Diebesehre gekränkt, da er gehört hat das die anderen besser sein sollen als er. Nach kurzer Recherche findet Danny heraus wer der andere ist und besucht ihn. Der Meisterdieb droht Danny jede seiner zukünftigen Diebestouren zu stören, wenn er sich nicht auf einen Wettkampf einlässt um zu zeigen wer besser ist. Sollte er gewinnen, dann würde der Meisterdieb die Schulden von Danny & Co. übernehmen.
Notgedrungen lässt sich Danny Ocean darauf ein. Das zu stehlende Objekt ist ein wertvolles Fabergé Ei in einem Museum in Rom. Es folgt eine kurze Planungsphase wovon der Zuschauer kaum etwas mitbekommt. Aber das ist auch egal, da die meisten der Teammitglieder schon vor dem Museum verhaftet werden. Die drei übriggebliebenen wollen mit Dannys Frau einen Alternativplan versuchen, scheitern aber auch dabei.
Wie durch ein Wunder kann sie die Mutter von einem der twelve (zwölf) aus dem Gefängnis befreien. Das Team reist in die USA zurück und ihr Anführer (Danny) trifft sich mit dem Meisterdieb. Der freut sich das er gewonnen hat, doch Danny hat noch eine Überraschung für ihn.
Fazit: Obwohl ich solche Filme wo unmögliches möglich gemacht werden soll mag, hat mir dieser nicht gefallen. Da sind zu einem die Schauspieler. Gut... es sind fast alle Superstars, doch die Leistung ist mehr als unterdurchschnittlich. Während des ganzen Film kommt nie rüber das es hier um Leben und Tod (bzw. Gefängnis) geht, weil sich alle so locker (cool!) benehmen als würden sie ein Klassentreffen planen.
Zum anderen ist die Handlung total unlogisch. Bei gut gemachten Filmen solcher Art wird detailreich und aufwändig versucht den Zuschauer zu überzeugen das die geplante Tat klappen könnte. Das fehlt hier leider total.
Dazu kommen die verwirrenden Schnitte, die überraschend auftauchenden Personen, diverse Nebenhandlungen die den Film unnötig in die Länge ziehen und das unbefriedigende Ende.
Bei letzterem klärt sich zwar alles auf (wenn man sehr aufmerksam zugesehen hat), doch darauf legt der bis dahin gelangweilte Zuseher kaum noch Wert.
Für alle ebenfalls enttäuschte Zuseher empfehle ich den erstklassigen Film The Italien Job" (ASIN: B0001GSALE). Hier spielen zwar keine Superstars mit, doch die Handlung ist spannend und kurzweilig.