Ensemble-Filme sind meistens vergnüglich anzuschauen, da für jeden Geschmack ein/e Darsteller/in geboten wird. Im Fall der OCEAN'S-Trilogie fühlt man sich gar in selige Hollywood-Glanzzeiten zurückversetzt, als beeindruckende Besetzungslisten an der Tagesordnung waren - vorzugsweise in Kriegs- (DER LÄNGSTE TAG, DIE BRÜCKE VON ARNHEIM) oder Katastrophenstreifen (POSEIDON INFERNO, ERDBEBEN). In Zeiten explodierender Budgets und exorbitanter Stargagen ist daher ein Aufmarsch vom Kaliber Clooney, Pitt, Damon, Pacino & Co. ein Ereignis mit Seltenheitswert.
Nach dem storytechnisch verquasten und den Vegas-Charme missenden Vorgänger ist der Abschluss (?) der Betrüger-Trilogie um Kopf Danny Ocean wieder rundum gelungen. In einem Längen umgehenden Tempo wird man wie gehabt Zeuge der akribischen Planung eines natürlich unmöglichen Casinoraubs. Jedes Mitglied der Ocean-Gang trägt mit seinen speziellen Fähigkeiten und am Tag des Coups perfekt aufeinander abgestimmt zum Gelingen des Freundschaftsdienstes bzw. des Racheaktes an Casino-Mogul Willie Bank bei. Einzig Al Pacino, der als Bank eine solide Routineleistung abliefert, fügt sich nicht so recht in das eingespielte Team um Charmebolzen Clooney ein (was nicht zuletzt auch an der ihm verpassten künstlichen Bräune liegen mag). Ansonsten sind die legitimen Nachfolger des legendären Rat Pack (Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr.) erneut in unverschämter Spiellaune zu bewundern und sorgen überwiegend durch die erwartungsgemäß abgespulten Manierismen für hohen Unterhaltungswert. Frischen Wind bringt allenfalls der wie stets grandiose David Paymer (QUIZ SHOW, SCHNAPPT SHORTY) als vom Pech verfolgter Juror, dem verdientermaßen die Schlussszene zuteil wurde.
Mit Erwerb dieses angenehm gewalt- und vulgärfreien Heistmovies in der Tradition von VERLOCKENDE FALLE, macht man durchaus keinen Fehler - keine Selbstverständlichkeit bei Trilogieabschlüssen, die nicht der HERR DER RINGE Saga entstammen...