Für mich war es der Erstkontakt mit Sherinians Solo-Werk - und der war nicht gerade einfach: Was einem hier in ca 50 Minuten an Ideen präsentiert wird, würde anderen Bands für Jahre reichen, nur dass ich diese Mischung aus einer Prise Progrock/-metal, Fusion und Jazz noch nirgendwoanders gehört habe. Diese Fülle an Motiven erschlägt einen beim ersten Hören förmlich. Man hat den Eindruck ein mit musikalischen Juwelen gefülltes Kaleidoskop vor sich zu haben. Das legt sich aber, wenn man dem Album eine Chance gibt, und es ein paar mal öfter gehört hat - und das lohnt sich:
Dass Simon Philips ein Top-Drummer ist (und nebenbei auch ein guter Produzent, der am exzellenten Sound des Albums sicher nicht unschuldig sein dürfte), sollte hinlänglich bekannt sein. Die Gästeliste hat es ebenfalls in sich (s. die anderen Rezensionen). Sherinian selbst hält sich abgesehen vom Opener, den er mit einem sehr schönen jazzigen Klavier-Solo bereichert, relativ zurück und beschränkt sich meistens darauf, den Gästen eine Plattform für tolle Soli zu bieten.
Die einzelnen Songs komplett zu beschreiben wäre wohl vergebliche Liebesmühe, sowas muss man einfach selber hören. Nur so viel: Der Opener "Five Elements" zaubert dem Hörer ein stetig breiter werdendes Grinsen ins Gesicht - toller, rockiger Auftakt und das bereits erwähnte Klavier-Solo... "Mercury 7" erscließt sich mir auch nach dem x-ten Versuch noch nicht. Sehr schnell und quirlig - eben wie Quecksilber, aber irgendwie klingt es mehr nach einem Weltrekord im 100m-Tastensprint. Für mich der einzige Schwachpunkt auf dem Album, aber es kann natürlich auch an mir liegen. Es folgen 2 ruhigere Nummern, von denen ich besonders das schön groovende "Euphoria" empfehlen möchte. Der Rest - ein Song schöner als der andere. Der Titeltrack setzt dann einen würdigen Schlusspunkt.
PS: Auch wenn es natürlich nicht ausschlaggebend ist, aber das Cover mit dem versunkenen Flügel ist ebenfalls sehr gelungen. Entspricht irgendwie auch dem Klangcharakter von "Oceana".