Dass die etablierten klassischen Musikkritiker Paul McCartneys "klassische Kompositionen" verreißen, ist man inzwischen gewöhnt. Wahrscheinlich glaubt jeder dieser Leute, Paul McCartney haushoch überlegen zu sein, weil er Noten lesen kann und irgendwann einmal Musikwissenschaften studiert hat. Und natürlich sind Pauls Werke in keiner Weise auf der Höhe der "Neuen Musik" oder gar ihrer Avantgarde. Aber wie viele Hörer erreicht denn die Musik derjenigen Komponisten, die von klassischen Musikkritikern heutzutage gelobt wird?
Ocean's Kingdom ist vor allem eines: wirklich schöne Musik mit Mut zu Melodien. Und die Verrisse wirken auf mich so wie die Verrisse, die einst Holst einstecken musste für die Planeten oder die Verrisse, die Rachmaninow immer verfolgten. Es scheint, dass klassische Musikkritiker nicht ertragen können, wenn Musik eingängig und erfolgreich ist.
Und wer den mangelnden Tiefgang der Rahmenhandlung bemängelt, der möge sich die Opern und Ballette sämtlicher Größen der Musikgeschichte anschauen. Die Handlung ist selten besonders tiefgründig und inhaltsreich. Es kommt schließlich auf die Musik an.
Diese Musik hat eine bestechende Qualität - sie zeigt einmal mehr McCartneys großartige Fähigkeit, Musik zu schreiben, die die Herzen der Zuhörer berührt. Ich höre dieser Musik einfach gerne zu.