Grundlagen und Entstehung des Buches:
Werner Stock (1923 - 1994) hat mit seiner Dokumentation "Obusanlagen in Deutschland" 1987 ein erstes Standardwerk zum Thema geschaffen. Der Herausgeber und Mitautor des vorliegenden Buches konnte nach dem Tod von Werner Stock dessen umfangreiches Archiv übernehmen.
Im Rahmen der Überarbeitung des Obusbuches entschloss man sich, aufgrund der vorhandenen Fülle des Materials, das Thema auf zwei Teile zu verteilen. Im Rahmen der Quellen- und Materialsuche wurden auch neue Kommunikationsmittel genutzt. So wurden kurze Textauszüge und Fotos im "historischen Forum" von http://www.drehscheibe-online.de/ präsentiert. In den folgenden Diskussionen konnten hier weitere wertvolle und ergänzende Informationen gewonnen und im Buch verarbeitet werden.
Inhalt:
In einer Einleitung wird die Geschichte der Entwicklung der "gleislosen Bahn" beschrieben sowie der Obus im Vergleich zu Straßenbahn und Stadtomnibus dargestellt. Es folgen genaue technisch Erläuterungen der elektrischen Ausrüstung (Kontaktwagen, Stromabnehmerstangen, Gleitschuhe, Schaltwerk, Motoren, Heizung) sowie der mechanischen Teile, ehe auf die einzelnen Betriebe eingegangen wird. Jeder Obusanlage ist ein Kapitel gewidmet, in dem die Betriebsgeschichte abgehandelt wird. Neben einem ausführlichen Text findet man viele historische, oft unveröffentlichte Bilder in hervorragender Druckqualität sowie einen Liniennetzplan und eine genaue Liste der eingesetzten Fahrzeuge mit Angaben zu Nummer, Baujahr, Hersteller, Fahrzeugtyp und Verbleib.
Band 1 beschreibt die Betriebe folgender Städte:
Berlin, Potsdam, Eberswalde, Flensburg, Kiel, Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Oldenburg, Jever, Wilhelmshaven, Osnabrück, Hannover, Hildesheim, Magdeburg, Bitterfeld / Elbingerode, Erfurt, Weimar, Gera, Greiz, Zwickau, Leipzig, Wurzen, Großbauchlitz, Königstein a.d. Elbe, Dresden, Hoyerswerda,
Folgende Projekte finden ausführliche Erwähnung: Schöneiche, Cottbus, Frankfurt (Oder), Neubrandenburg, Stralsund und Rostock, Altenburg (Thüringen), Halle a. d. Saale, Eisenach, Suhl, Chemnitz, Plauen und Bad Schandau
Beschrieben werden des Weiteren folgende Obusanlagen in den früheren deutschen Ostgebieten: Gleislose Bahn Breslau - Brockau, Waldenburg, Liegnitz, Landsberg a.d. Warthe, Danzig/Gdingen, Allenstein, Königsberg (Ostpreußen), Insterburg sowie die Projekte in Hirschberg, Beuthen, Stettin und Stolp
Fazit:
"Obusse in Deutschland Band 1" ist ein weiteres Standardwerk aus dem für seine Fachbücher hoher Qualität bekannten Verlag Kenning. Die Beschreibungen der einzelnen Betriebe sind fundiert und, genau recherchiert, auf den letzten Wissenstand gebracht. Die ergänzenden Bilder stammen aus unterschiedlichen Perioden und machen den Betriebscharakter der jeweiligen Obusanlage deutlich. In den übersichtlichen Fahrzeuglisten sind nicht nur die Obusse selbst, sondern auch deren Anhänger, erfasst. Eine Streckenskizze komplettiert jede Anlagenbeschreibung.
Nach dem Lesen dieses Bandes erwartet man gerne den Band 2, mit dem die vollständige Dokumentation der Obusanlagen in Deutschland abgeschlossen wird.