1997 entstand unter der Regie von Peter Sehr nach dem Buch von Marie Noelle in deutsch-französischer Koproduktion ein märchenhafter Film um die Besessenheit.
Die Musikerin Miriam Auerbach (Heike Makatsch, 26) lebt mit dem französischen Medizinforscher Pierre Moulin (Charles Berling, 39) in Berlin. Der Steinmetz und Restaurateur John MacHale (Daniel Craig, 29) aus Simbabwe will dem alten Schneider Jacob Frischmuth (Seymour Cassel, 62), der wegen eines Ladendiebstahls verfolgt wurde, helfen. Aber eigentlich macht er mit seiner selbstgerechten Aggressivität alles nur noch schlimmer. Miriam beobachtet, wie John mit gleich drei Polizisten eine Prügelei anfängt, obwohl es doch eigentlich nur um medizinischer Hilfe für den herzkranken Alten geht. Vor Gericht lernen sich der Angeklagte John und die Zeugin Miriam kennen - das märchenhafte Dreieck der Besessenheit ist komplett.
Aber John ist auch noch besessen auf einen verschollenen Film, der zeigen soll, wie sein Großvater auf einem Drahtseil den Niagarafall überquert haben soll. Der alte Schneider und sein Bruder helfen ihm in köstlichem Jiddisch bei der Suche. Ein weiteres Szenario bildet die Band der leider nicht besonders tonsicheren Frau Makatsch. Auch in Sachen Liebe hört man ihr besser nicht zu - da kommt schon wenig Nachvollziehbares aus den schönen Lippen, Nachdenkenswertes würde echt überraschen. Schließlich verschlägt es das Trio infernal auch noch nach Dijon und später nach Paris.
Die Handlung besteht überwiegend darin, dass die Herren Frau Makatsch den Hof machen und sie sich nicht entscheiden möchte. Vieles, was geschieht, entzieht sich eigentlich näherem Verständnis. Das gilt auch für das Umfeld der beiden Männer. Nicht jeden Zuschauer fasziniert dies über beinahe zwei Stunden. Aber es gibt einiges zu sehen - das Schneiderpärchen, ein altes Filmarchiv, schöne Städteschüsse und die zu dieser Zeit so angesagte neu geschneiderte Mode wie aus Omas alter Kiste, die Frau Makatsch außerordentlich gut kleidet. Craigs erkennbare schauspielerische Talente gehen leider zu oft kaum über das permanente Brüllen von "poor f*cker", "f*ck off" oder ähnlichem hinaus. Worte, die man hier völlig zu Recht nicht gerne sieht und die ich eigentlich auch im Film nicht dauernd als unwürdigen Ersatz für echte Emotionen benötige.
Weniger raffiniert als kompliziert wird die Verquickung des französisch-britischen Hahnenkampfes mit der recht unglaubwürdigen Geschichte von Johns Großmutter, Großvater und dem wirklichen Genspender, der nicht nur über die Niagara-Fälle mit der Großmutter geritten war - was letztlich wohl zu einem tragischen Ende führte...
Viel Atmosphäre, ein stellenweise märchenhaftes Kaleidoskop der Zeit und an sich interessante Darsteller, aber wenig glaubwürdige Charaktere, ungereimte Dialoge und schwer nachvollziehbare Entwicklungen - wie soll man das bewerten?
Der junge Craig war vielleicht mit einer dramatischen Rolle noch überfordert, bei Miriam fragt man sich, ob die gezeigte Gedankenlosigkeit von der Rolle oder von der Schauspielerin kam. Zwischen "in den Tag hineinleben" und "savoir vivre" sollte man immer noch einen deutlichen Unterschied machen.
Vielleicht gibt es sogar ja sogar ähnlich kindische Frauen wie Miriam im wahren Leben, aber muss man darüber einen Film drehen? Außerdem weiß jeder, wie es in Wirklichkeit ausgeht: der, dem ein Kind gelingt, bekommt auch die Frau. Im Film wird noch eins draufgesetzt: Wenn's andersrum läuft, erschießt der andere die Mutter.
Vielleicht gefällt manchem der Mix - manche Frau möchte vielleicht auch gerne mal mit diesem, mal mit jenem, mal mit Craig. Ich konnte dem Ganzen nichts von Wert entnehmen - einmal anschauen war genug, das zweite Mal schon zu viel.
Im Original 114 Minuten, Format 1,85:1 auf 35 mm Film
jury 2* A0450 7.2.2011e 10 A 2 E
Heike Makatsch (* 13. August 1971 in Düsseldorf)
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1996 -* R0000
Männerpension....... R, D: Detlev Buck D: Til Schweiger, Marie Bäumer, Heike Makatsch
1997 2* A0450
Obsession....... R: Peter Sehr D: Heike Makatsch, Daniel Craig, Charles Berling
2005 -* R0000
Margarete Steiff....... R: Xaver Schwarzenberger D: Heike Makatsch, Suzanne von Borsody, Hary Prinz
Daniel Wroughton Craig (* 2. März 1968 in Chester, England)
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1997 2* A0450
Obsession....... R: Peter Sehr D: Heike Makatsch, Daniel Craig, Charles Berling
2004 -* R0000
Layer Cake....... R: Matthew Vaughn D: Daniel Craig
2006 -* R0000
James Bond - Casino Royale....... R: Martin Campbell D: Daniel Craig, Eva Green
2008 4* I0533
James Bond - Ein Quantum Trost....... R: Marc Forster D: Daniel Craig, Mathieu Amalric, Olga Kurylenko
Heike Makatsch war von 1996 bis 2004 mit Daniel Craig liiert.