Der Leser wird sich bereits nach den ersten Seiten von den Vorstellungen lösen, die man gewöhnlich mit einem Kriminalroman verbindet. Denn was der Autor aus diesem Krimi gemacht hat, sprengt den Rahmen des Üblichen bei weitem. Auf ständig wechselnden Schauplätzen, die unterschiedlicher nicht sein können, spielt die eigentliche Handlung: Die Ermordung von sechs Abgeordneten und die sich anschließenden polizeilichen Ermittlungen. Aber die Handlung selbst dient letztendlich nur als Träger vernichtender Systemkritik.
Es ist das Besondere an diesem Buch, dass es den Leser en passant über Hintergründe und Zusammenhänge der aktuellen Politik und Wirtschaft in einem Maße aufklärt, wie dies bei öffentlichen Medien undenkbar ist. Nicht ohne Grund hat der Autor zum Genre des Romans gegriffen. Besonders im Visier ist das geradezu kriminelle Gebaren der Finanzwelt. Darüber hinaus schöpft der Autor aus dem Fundus nicht aufgeklärter Fälle. Und erklärt dem Leser, warum diese Fälle nicht gelöst werden durften. Ein großes Repertoire an skurrilen Szenen, mit trockenem Humor begleitet, dient als Aufhänger. Wo immer die Szene spielt, ob Berlin, Bonn oder München, immer befinden wir uns in Absurdistan. Während die erfrischend respektlosen Attacken auf Politik, Justiz und Wirtschaft geistige Flexibilität vom Leser fordern, werden die Lachmuskeln immer wieder durch Witz und ironische Wortspiele in Bewegung gebracht.
Vielschichtigkeit und Vielfalt der Handlungen und der Themen macht das Buch für eine breite Leserschaft zur attraktiven Lektüre.