Eigentlich war ich vor der Lektüre des Buches ziemlich skeptisch, was denn zu einem solch häufig diskutierten Thema wie `Frauen in der Wirtschaft' noch Neues dazu kommen könnte. Doch dann hat mich das Buch gefesselt und ich habe es nicht nur gerne gelesen, sondern es hat mich obendrein sofort zu Diskussionen zu dem Thema im Freundes- und Bekanntenkreis animiert. Gefesselt hat es mich, weil es anhand konkreter, nicht wegzudiskutierender Beispiele (der Inhalt wird im wesentlichen aus Interviews erfolgreicher Unternehmerinnen und Managerinnen abgeleitet) belegt, daß Erfolg auf der Karriereleiter nicht in Widerspruch zur Mutterrolle stehen muß. Dabei gehen die Autoren auf der einen Seite auf die Notwendigkeit einer Unterstützung durch staatliche Einrichtungen etc. ein, stellen aber die herausfordernde These auf, daß das herkömmliche Mutterbild, welches auch von den meisten Frauen mitgepflegt wird, das wesentliches Hindernis für die Karriere von Frauen ist, d.h Frauen tragen einen wesentlichen Teil zu mangelndem Karriereerfolg selber bei. Eine These, die bei mir Nachdenklichkeit hervorgerufen hat und im Freundeskreis heftig umstritten war.
Nachteilig aufgefallen ist mir, dass sich doch einige Wiederholungen eingeschlichen haben sowie daß die Auswirkung einer Spitzenposition der Frau auf die Rolle und Position des Partners (was passiert zum Beispiel bei einem, bei Spitzenpositionen doch häufig zu findenden Ortwechsel) eigentümlich vernachlässigt wird, was bei der ansonsten doch sehr fundierten Analyse überrascht.
Trotz dessen: Insgesamt ein lesenswertes und herausforderndes Buch, dessen Lektüre ich voll empfehlen kann.