kulturnews.de
Eine späte Rache: Helmer verfrachtet den bettlägerigen Vater ins Obergeschoss. Er redet kaum mit ihm, gibt ihm nur widerwillig etwas zu essen und wartet sehnsüchtig auf dessen Tod. Auf Befehl des Vaters musste Helmer einst sein Literaturstudium abbrechen, um nach dem Tod seines Zwillingsbruders Henk den Familienbauernhof in der niederländischen Provinz zu übernehmen. Mit Mitte 50 leidet Helmer nicht nur unter der zermürbenden Monotonie des bäuerlichen Alltags: Noch immer hat er den Verlust des geliebten Bruders nicht überwunden, mit dem er in der Kindheit eine Nähe gelebt hat, in der die Grenze zwischen Ich und Du verschwommen war. Eine Nähe, die Helmer später nur noch in Ansätzen zu dem Knecht Jaap aufbauen konnte - doch den hatte der Vater vom Hof vertrieben. Da meldet sich plötzlich Riet, die einstige Freundin seines Zwillingsbruders. Sie hat einen pubertierenden Sohn, den sie für einige Zeit bei Helmer auf dem Bauernhof einquartieren möchte. In seinem grandiosen Debütroman "Oben ist es still" zeichnet Gebrand Bakker einen klassischen Vater-Sohn-Konflikt, der von Sprachlosigkeit und ungelebten Träumen geprägt ist. Indem er seinem schrulligen Ich-Erzähler knappe und gleichzeitig wunderbar lakonische Sätze in den Mund legt, fängt er nicht nur die Trostlosigkeit eines gescheiterten Lebens ein, er macht diese Trostlosigkeit auch erträglich und gestaltet sie zu einen Lesevergnügen, ohne dabei die Qualen seines Helden zu verharmlosen: "Ich will nicht so lange mit ihm reden. Ich will nur kurz nach ihm sehen und schnell wieder verschwinden. Das Ticken der Standuhr füllt das Zimmer. Sonnenlicht fällt auf die Glasscheiben des Schranks, ein fensterförmiges Viereck, und die Scheiben werfen das Licht auf das Schafsgemälde, das jetzt gar nicht mehr so düster wirkt. Ein merkwürdiges Bild. Manchmal scheint darauf Winter zu sein, manchmal ist es Sommer oder Herbst. Als ich gerade die Tür schließen will, ruft er: ,Durst.' ,Ich hab auch manchmal Durst.' Ich ziehe die Tür fest hinter mir zu und gehe die Treppe hinunter." (cs)
Pressestimmen
»Bakkers eindringliche Zwillingsbrüder-Story ist zweifelsohne einer der Höhepunkte des Bücherherbstes.« (Profil, Wien )
»Wenn auf dem platten Land die Welt auch nur ein bisschen kippt, findet man keinen Halt und rutscht ab: niederländische Schafweiden, ein Kuhstall, ein Hof, der Bauer Helmer, Jahrgang 47 - über ihm der Himmel, unter ihm trockengelegtes Land. Alles ist sehr übersichtlich angelegt in Oben ist es still, dem tiefen, lakonischen Romandebüt des niederländischen Sprach- und Literaturwissenschaftlers sowie diplomierten Gärtners Gerbrand Bakker. Mit unsentimentaler Zuneigung und behutsamer Wucht erzählt Bakker davon, wie Helmer aus einem langen, aufgezwungenen Schlaf aufwacht. ...« (Berliner Zeitung )
»Oben ist es still heißt das in Holland viel gerühmte Debüt, von dessen karger Rhetorik eine geheimnisvolle Stille ausgeht. So werden wir Zeuge von Helmers Versuch, die Vergangenheit neu zu ordnen. Es ist ein großes Vergnügen, lesender Komplize dieser Aufräumarbeiten zu sein.« (Peter Henning Spiegel Online )
»Oben ist es still erzeugt wehmütige Reminiszenzen an die Zeit, als das Erzählen noch nicht auf ein Reizschema reduziert war, das auf vordergründige Aufmerksamkeitsreflexe und triviale Wiedererkennungseffekte geeicht ist, sondern eine eigensinnige Wahrnehmung etablierte.« (Dorothea Dieckmann Neue Zürcher Zeitung )
»Gerbrand Bakker kennt sich aus in Menschenseelen, denn alles was Bakker erzählt, leuchtet ein. Man begreift, warum dieses Romandebüt, als es 2006 in Bakkers Heimat erschien, Aufmerksamkeit erregte und mit zwei Preisen ausgezeichnet wurde.« (Sabine Brandt Frankfurter Allgemeine Zeitung )
»Ein wunderbares Buch ... Unsere warmherzigste Empfehlung an die Zuschauer, Oben ist es still zu lesen.« (Iris Radisch Schweizer Literaturclub )
»Bakkers Erzähltempo ist so gemächlich wie das Leben auf dem Land. Während anderen Autoren die Zeitlupe nur stilistischer Selbstzweck ist, legt Bakker auf diese Weise stetig Verstörendes und Widersprüchliches frei, das sonst außerhalb der Sprache liegt: Zwischen tickenden Uhren und einsilbigen Dialogen wird fühlbar, wie nah sich Liebe und Grausamkeit sind.« (Der Spiegel )
»Wenn auf dem platten Land die Welt auch nur ein bisschen kippt, findet man keinen Halt und rutscht ab: niederländische Schafweiden, ein Kuhstall, ein Hof, der Bauer Helmer, Jahrgang 47 - über ihm der Himmel, unter ihm trockengelegtes Land. Alles ist sehr übersichtlich angelegt in Oben ist es still, dem tiefen, lakonischen Romandebüt des niederländischen Sprach- und Literaturwissenschaftlers sowie diplomierten Gärtners Gerbrand Bakker. Mit unsentimentaler Zuneigung und behutsamer Wucht erzählt Bakker davon, wie Helmer aus einem langen, aufgezwungenen Schlaf aufwacht. ...« (Berliner Zeitung )
»Oben ist es still heißt das in Holland viel gerühmte Debüt, von dessen karger Rhetorik eine geheimnisvolle Stille ausgeht. So werden wir Zeuge von Helmers Versuch, die Vergangenheit neu zu ordnen. Es ist ein großes Vergnügen, lesender Komplize dieser Aufräumarbeiten zu sein.« (Peter Henning Spiegel Online )
»Oben ist es still erzeugt wehmütige Reminiszenzen an die Zeit, als das Erzählen noch nicht auf ein Reizschema reduziert war, das auf vordergründige Aufmerksamkeitsreflexe und triviale Wiedererkennungseffekte geeicht ist, sondern eine eigensinnige Wahrnehmung etablierte.« (Dorothea Dieckmann Neue Zürcher Zeitung )
»Leise im Ton, in sparsamen, schlichten Sätzen tut sich literarisches Neuland auf, das man nie mehr verlassen möchte. Bravourös.«
(Werner Krause Kleine Zeitung, Graz )»Gerbrand Bakker kennt sich aus in Menschenseelen, denn alles was Bakker erzählt, leuchtet ein. Man begreift, warum dieses Romandebüt, als es 2006 in Bakkers Heimat erschien, Aufmerksamkeit erregte und mit zwei Preisen ausgezeichnet wurde.« (Sabine Brandt Frankfurter Allgemeine Zeitung )
»Ein wunderbares Buch ... Unsere warmherzigste Empfehlung an die Zuschauer, Oben ist es still zu lesen.« (Iris Radisch Schweizer Literaturclub )
»Bakkers Erzähltempo ist so gemächlich wie das Leben auf dem Land. Während anderen Autoren die Zeitlupe nur stilistischer Selbstzweck ist, legt Bakker auf diese Weise stetig Verstörendes und Widersprüchliches frei, das sonst außerhalb der Sprache liegt: Zwischen tickenden Uhren und einsilbigen Dialogen wird fühlbar, wie nah sich Liebe und Grausamkeit sind.« (Der Spiegel )
»Dieser Roman steckt voller Tragik und Komik des Lebens, voller Leben und voller offener Fragen. Ein Generationen-Buch. Wie weiterleben, wenn man nicht frühzeitig (Gegen-)Position bezieht, seinen Platz in der Welt behauptet? Wie die Vergangenheit bewältigen, wenn sie einen einholt?«
(My Way. Magazin für kulturellen Eigensinn. )
