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Oben ist es still: Roman [Gebundene Ausgabe]

Gerbrand Bakker , Andreas Ecke
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 315 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 4 (18. August 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518420135
  • ISBN-13: 978-3518420133
  • Originaltitel: Boven is het stil, 2006
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 12,8 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 230.908 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Gerbrand Bakker
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Eine späte Rache: Helmer verfrachtet den bettlägerigen Vater ins Obergeschoss. Er redet kaum mit ihm, gibt ihm nur widerwillig etwas zu essen und wartet sehnsüchtig auf dessen Tod. Auf Befehl des Vaters musste Helmer einst sein Literaturstudium abbrechen, um nach dem Tod seines Zwillingsbruders Henk den Familienbauernhof in der niederländischen Provinz zu übernehmen. Mit Mitte 50 leidet Helmer nicht nur unter der zermürbenden Monotonie des bäuerlichen Alltags: Noch immer hat er den Verlust des geliebten Bruders nicht überwunden, mit dem er in der Kindheit eine Nähe gelebt hat, in der die Grenze zwischen Ich und Du verschwommen war. Eine Nähe, die Helmer später nur noch in Ansätzen zu dem Knecht Jaap aufbauen konnte - doch den hatte der Vater vom Hof vertrieben. Da meldet sich plötzlich Riet, die einstige Freundin seines Zwillingsbruders. Sie hat einen pubertierenden Sohn, den sie für einige Zeit bei Helmer auf dem Bauernhof einquartieren möchte. In seinem grandiosen Debütroman "Oben ist es still" zeichnet Gebrand Bakker einen klassischen Vater-Sohn-Konflikt, der von Sprachlosigkeit und ungelebten Träumen geprägt ist. Indem er seinem schrulligen Ich-Erzähler knappe und gleichzeitig wunderbar lakonische Sätze in den Mund legt, fängt er nicht nur die Trostlosigkeit eines gescheiterten Lebens ein, er macht diese Trostlosigkeit auch erträglich und gestaltet sie zu einen Lesevergnügen, ohne dabei die Qualen seines Helden zu verharmlosen: "Ich will nicht so lange mit ihm reden. Ich will nur kurz nach ihm sehen und schnell wieder verschwinden. Das Ticken der Standuhr füllt das Zimmer. Sonnenlicht fällt auf die Glasscheiben des Schranks, ein fensterförmiges Viereck, und die Scheiben werfen das Licht auf das Schafsgemälde, das jetzt gar nicht mehr so düster wirkt. Ein merkwürdiges Bild. Manchmal scheint darauf Winter zu sein, manchmal ist es Sommer oder Herbst. Als ich gerade die Tür schließen will, ruft er: ,Durst.' ,Ich hab auch manchmal Durst.' Ich ziehe die Tür fest hinter mir zu und gehe die Treppe hinunter." (cs)

Pressestimmen

»Bakkers eindringliche Zwillingsbrüder-Story ist zweifelsohne einer der Höhepunkte des Bücherherbstes.«  (Profil, Wien )

»Wenn auf dem platten Land die Welt auch nur ein bisschen kippt, findet man keinen Halt und rutscht ab: niederländische Schafweiden, ein Kuhstall, ein Hof, der Bauer Helmer, Jahrgang 47 - über ihm der Himmel, unter ihm trockengelegtes Land. Alles ist sehr übersichtlich angelegt in Oben ist es still, dem tiefen, lakonischen Romandebüt des niederländischen Sprach- und Literaturwissenschaftlers sowie diplomierten Gärtners Gerbrand Bakker. Mit unsentimentaler Zuneigung und behutsamer Wucht erzählt Bakker davon, wie Helmer aus einem langen, aufgezwungenen Schlaf aufwacht. ...« (Berliner Zeitung )

»Oben ist es still heißt das in Holland viel gerühmte Debüt, von dessen karger Rhetorik eine geheimnisvolle Stille ausgeht. So werden wir Zeuge von Helmers Versuch, die Vergangenheit neu zu ordnen. Es ist ein großes Vergnügen, lesender Komplize dieser Aufräumarbeiten zu sein.« (Peter Henning Spiegel Online )

»Oben ist es still erzeugt wehmütige Reminiszenzen an die Zeit, als das Erzählen noch nicht auf ein Reizschema reduziert war, das auf vordergründige Aufmerksamkeitsreflexe und triviale Wiedererkennungseffekte geeicht ist, sondern eine eigensinnige Wahrnehmung etablierte.« (Dorothea Dieckmann Neue Zürcher Zeitung )

»Leise im Ton, in sparsamen, schlichten Sätzen tut sich literarisches Neuland auf, das man nie mehr verlassen möchte. Bravourös.«

(Werner Krause Kleine Zeitung, Graz )

»Gerbrand Bakker kennt sich aus in Menschenseelen, denn alles was Bakker erzählt, leuchtet ein. Man begreift, warum dieses Romandebüt, als es 2006 in Bakkers Heimat erschien, Aufmerksamkeit erregte und mit zwei Preisen ausgezeichnet wurde.« (Sabine Brandt Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Ein wunderbares Buch ... Unsere warmherzigste Empfehlung an die Zuschauer, Oben ist es still zu lesen.« (Iris Radisch Schweizer Literaturclub )

»Bakkers Erzähltempo ist so gemächlich wie das Leben auf dem Land. Während anderen Autoren die Zeitlupe nur stilistischer Selbstzweck ist, legt Bakker auf diese Weise stetig Verstörendes und Widersprüchliches frei, das sonst außerhalb der Sprache liegt: Zwischen tickenden Uhren und einsilbigen Dialogen wird fühlbar, wie nah sich Liebe und Grausamkeit sind.« (Der Spiegel )

»Dieser Roman steckt voller Tragik und Komik des Lebens, voller Leben und voller offener Fragen. Ein Generationen-Buch. Wie weiterleben, wenn man nicht frühzeitig (Gegen-)Position bezieht, seinen Platz in der Welt behauptet? Wie die Vergangenheit bewältigen, wenn sie einen einholt?«

(My Way. Magazin für kulturellen Eigensinn. )

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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Oben ist es auch einsam. 17. Juni 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Gerbrand Bakker beschreibt einen Ausschnitt im Leben von Helmer, der in der Einsamkeit des Nordens der Niederlande auf einem Hof Vater und Vieh versorgt. Schon auf den ersten Seiten entsteht Spannung, denn Helmer ist nicht unbedingt fürsorglich bei der Pflege des Vaters und natürlich fragt man sich, warum er so ruppig mit ihm umgeht.

In vielen Rückblicken wird klar, warum Helmer so ist und warum er so einsam und auch unzufrieden ist. Die Rückblicke sind eingebettet in die Schilderung seines aktuellen Lebens, das durch das Auftauchen der früheren Verlobten seines Zwillingsbruders Henk aufgewühlt wird. Zu Henk, der von seinem Vater zu Lebzeiten fast immer vorgezogen wurde, hatte Helmer eine sehr innige Beziehung.

Am Ende hat sich Helmer ein Stück weit befreit aus seiner Starre und ist doch allein.

Ein wunderschönes Buch über das Alleinsein und mit Bildern, die die Atmosphäre so gut schildern, dass ich mich oft selbst fast auf dem Hof stehen sah.
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36 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
die Nebelkrähe und der Tod 30. September 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Der Name des Autors verrät es schon: Wir befinden uns in den Niederlanden. Oben ist es still" spielt auf dem Land, auf einem Bauernhof, den Helmer van Wonderen, der Ich-Erzähler, ein Mann um die fünfzig, bewohnt. Er lebt ganz alleine mit seinem Vater, einem Landwirt alten Schlages, den Helmer nun pflegen muss. Einst als der Vater noch das sagen hatte, lebte Helmer mit seinem Zwillingsbruder Henk auf diesem Hof. Henk und Helmer gingen eine Symbiose ein, schienen unzertrennlich, auch wenn Henk der Liebling des despotischen Vaters war. Eines Tages lernte Henk in einer Dorfkneipe Riet kennen und die beiden verlobten sich. Da sich unglücklicherweise auch noch Helmer in Riet verliebte, endete die Harmonie zwischen den beiden Brüdern. Dann kam Henk bei einem Autounfall ums Leben, tragischerweise auch noch im Wagen der Verlobten. Alles änderte sich fortan und Helmer fand sich als Landwirt wieder, weil er es nicht wagte, gegen seinen tyrannischen Vater aufzubegehren. So gingen drei Jahrzehnte ins Land und Helmer musste ein Leben führen, dass fremdbestimmt war; denn der Vater hatte ihm ein Leben aufgezwungen, dass Helmer so eigentlich nicht führen wollte, im Laufe der Zeit aber doch sein eigenes geworden ist. Jetzt wo der Vater alt und gebrechlich geworden ist, beschließt Helmer, sich ein Stück Freiheit zurückzuerobern und verfrachtet ihn und das gehasste Vaterbett kurzerhand nach oben ins Dachgeschoß. Nun ist es oben still und Helmer beginnt unten zu renovieren, um sich von der Vergangenheit loszueisen. Doch sie holt ihn schneller ein, als er denkt: er erhält einen Brief von Riet und alte Erinnerungen werden dadurch heraufbeschworen...
Gerbrand Bakker gelingt mit seinem Debut ein komisches und melancholisches Buch, dem eine unbestimmte Sehnsucht innewohnt, die den Leser mit knappen, präzisen und lakonischen Sätzen zu fesseln weiß. Obgleich nichts Sensationelles in diesem Buch geschieht, wird der Leser von Satz zu Satz hineingezogen in den langsamen und ruhigen Alltag des Protagonisten. Doch wenn man glaubt, es könne nichts Wesentliches mehr geschehen, gibt es überraschende Momente, Bedrohungen und Schicksalswendungen, die anfangs so unscheinbar sind, wie der Blick einer Nebelkrähe in den kahlen Ästen, die in diesem Buch immer wieder eine Rolle spielt. Oben ist es still" handelt von der Suche nach Identität, von dem Einswerden des Menschen mit der Natur und der tiefen Begegnung mit der Einsamkeit.
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50 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Einsamer Existenzialismus 19. September 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Der 1962 in Holland geborene Autor war bisher wenig bekannt, lediglich ein etymologisches Wörterbuch und ein Jugendroman sind von dem studierten Literatur- und Sprachwissenschaftler (der auch ein Diplom als Gärtner hat) greifbar. "Oben ist es still" erschien 2006 und erhielt die zwei wichtigsten Debüt-Preise der Niederlande. Das Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen und ich habe es in zwei Tagen zu Ende gelesen. Ich habe lange darüber nachgedacht, warum dies so ist. An der Sprache kann es nicht liegen. Kurze, kantige Sätze und lange Dialoge, die wie Fäden aneinander gereiht sind, ohne Erläuterungen dazwischen - kein herausragender Erzähler also. Was nahm mich dann derart gefangen? Die Gestalt von Helmer, dem Ich-Erzähler, der im Alter von 55 Jahren seinen senilen und immobilen Vater ins Dachzimmer des Bauernhofs verfrachtet, um sich unten alleine einzurichten. Es sind die Reflexionen über sein Leben, die aus der Altersperspektive heraus den grossen Bogen spannen und in denen sich jeder mehr oder weniger wieder erkennen kann. Viel mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht verraten, denn die Fragen sind immer die gleichen: Warum bin ich der geworden, der ich bin? Welchen Anteil spielt die Familie, die Erziehung, die Umgebung, die Ausbildung. Das Buch endet mit dem Satz: "Ich bin allein." - Wahrer Existenzialismus, ohne Wenn und Aber.
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