Aus der Amazon.de-Redaktion
Pixar war vor gut 20 Jahren mit dem Vorsatz angetreten die Vorherrschaft von Disney im Bereich der Animationsfilme zu erschüttern. So zeichnete sich bereits der erste Streich des Studios, Toy Story durch einen erfrischend neuen Ansatz nicht nur auf der technischen Ebene aus. Ging es bei Disney immer um die Geborgenheit der Familie liessen die Pixar Filme von Anfang an keinen Zweifel daran aufkommen dass es ihnen um das Subjekt ist, also um die Ich-Werdung ihrer Figuren. In Oben verschränken sich diese Ebenen aufs wundersamste und werden darüberhinaus noch mit einem Schuss japanischer Animationskunst angereichert.
Der kinderlose Witwer und ehemalige Luftballonverkäufer Carl, ein mürrischer Greis wie er ihm Buche steht, sieht sich von der postmoderne überrannt. Sein kleines Häuschen ist von Wolkenkratzern umzingelt und allenthgalben versucht man ihn ins Seniorenheim abzuschieben. Doch der renitente Carl hat andere Pläne. Bevor sein Leben endgültig vorbei ist beschliesst er zu seinem grossen Abenteuer aufzubrechen. Von abertausend Luftballonen getragen schwebt er kurzerhand mit seinem gesamten Haus davon und macht sich auf die grosse Fahrt nach Südamerika. Der Misanthrop hat jedoch einen blinden Passagier. Der rundliche Russell, dem in seinen Pfadfinderauszeichnungen noch die gute Tat an einem Senioren fehlt. Trotz aller Widrigkeiten bleibt der kleine Kerl hartnäckig entschlossen den Grantler zu beglücken. Der schwierige Beginn einer rührenden Beziehung zwischen Jung und Alt.
Regisseur Pete Docter hatte bereits mit seinem ersten Spielfilm Die Monster AG mitten ins Schwarze getroffen. Und auch bei Oben trifft er mit traumwandlerischer Sicherheit immer den richtigen Ton. Bereits die ersten 15 Minuten des Films sind ein Lehrstück in Sachen Exposition. Da wird in wenigen Szenen ein gesamtes Menschenleben durcherzählt, eine Beziehungsgeschichte im Zeitraffer. Der schüchterne Carl der auf die abenteuerlustige Ellie trifft, eine grosse Liebe mit grossen Enttäuschungen (das Paar kann keine Kinder bekommen), von grossen Träumen (sie wollen ein Leben voller Abenteuer leben) und noch grösseren Anpassungen, vom Mittelstandleben, dem Alter und schliesslich Ellies Tod. Das alles schafft die Voraussetzungen für Carls Entscheidung, gespeist aus dem Selbstvorwurf seiner geliebten Frau nicht gerecht geworden zu sein, und noch einmal aufzubrechen, nach „Paradise Falls“, wie das anvisierte Fleckchen Erde zweideutig heisst. Diese Prämisse hätte unter weniger talentierten Händen dem Film bereits eine schwergängige Schlagseite verpassen können. Doch das Gegenteil ist der Fall. Das Haus erhebt sich in einem denkbar poetischen Einfall unter dem Auftrieb heliumgefüllter Luftballons von seiner Verankerung im Hier und Jetzt, und mit ihm, festgeklammert auf der Veranda, der nervige, hyperaktive, von seinen eigenen Eltern vernachlässigte Jungpfadfinder Russel. In der Annäherung zwischen den beiden ungleichen Reisegefährten erst kommt das Abenteuer in Gang. Die zwei merken schon bald dass sie aufeinander angewiesen sind. Carl muss sich mit seiner unausgelebten Vaterrolle auseinandersetzen und der Junge spürt zum ersten Mal so etwas wie Anteilnahme und Bestätigung. Oben ist ein Film geworden den man jedem ans Herzen legen möchte, ein Film der den Spagat zwischen Unterhaltung und Aufklärung, zwischen Kunstanspruch und Massengeschmack spielerisch hinbekommt. Ein grosser Wurf.--Thomas Reuthebuch
Produktbeschreibungen
Der Himmel ist die Grenze? Nicht für den pensionierten Ballonverkäufer Carl Fredricksen, der sich im Alter von 78 Jahren seinen Lebenstraum erfüllen möchte: Eine Reise in das Amazonas-Gebiet.
Im Nu befestigt der rüstige Rentner Tausende von Luftballons an seinem Häuschen und entschwebt in den Himmel. Zu spät bemerkt Carl, dass er den achtjährigen Pfadfinderjungen Russell mit an Board hat. Dem kauzigen Rentner bleibt keine andere Wahl, als die Quasselstrippe mit auf die große Reise zu nehmen, die aus dem alten Mann und dem aufgeweckten Jungen ein eingeschworenes Team macht.
Ein neues fantastisches Abenteuer über den Wolken von dem gefeierten Regisseur Pete Docter (Die Monster AG) und der 10. Geniestreich aus dem Hause Pixar.
Voll gepackt mit exklusivem Bonusmaterial – inklusive urkomischem Kurzfilm Dugs Sondereinsatz – erreicht Oben neue ungeahnte Höhen des Filmvergnügens.
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Das ist sie also, die erste Blu-Ray, die in allen Punkten die volle Punktzahl erreicht. Alles ist auf Anschlag. Und der Film selbst ist vielleicht nicht Pixars bester, aber immer noch ganz große Unterhaltung.
Bild: Ein Pixarfilm, gewohnt auf technisch höchstem Niveau, dargeboten auf einer Blu-ray. Was kann es da schöneres für ein Heimkino-Erlebnis allerhöchster Güte geben? Die Leuchtkraft der gewaltigen Ballonschar (21.40) ist einfach hinreissend. Kleinste Schatten die das Haus auf Nachbarhäuser wirft werden so hervorragend real gezeichnet, das man einfach nicht genug davon bekommen kann. Feinste, nein, ALLERfreinste Konturen und Muster, z.B auf dem Schaukelstuhl (24.02) werden sauber, ohne sonst vollkommen übliche Moirémuster dargestellt. Das feine graue Haar von Mr. Frederiksen ist seidig und einzelne Haare jederzeit differenzierbar. Das gewaltige Gewitter bei 27.00 zeigt wahrlich real die verschiedenen Grautöne von Gewiterwolken auf. Alles stets ohne jeden erkennbaren Ansatz von Rauschen oder gar einem Artefakt. Keine Frage, das hier ist ein Referenztitel und Vorführscheibe für die Blu-ray-Disc.
Ton: Die englische DTS- Master Tonspur baut eine unglaubliche Dynamik auf, die die keineswegs schwachbrüstige deutsche DTS-Spur noch übertrifft. Windboen bei 31.02 werden, ein geeignetes Boxenset vorausgesetzt, so absolut hautnah dargeboten, das man es wirklich für echt hält. Aber auch ganz leise heulender Wind von hinten (32.50) wird absolut authentisch abgebildet. Die effektreiche Musik des Scores nutzt geschickt alle Kanäle ringsum und schafft eine hochdichte musikalische Atmosphäre. Wenn die Hundemeute die Verfolgung aufnimmt dann rasen die Tiere glaubwürdig links und rechts an dem Zuschauer vorbei. Aber auch die Dialoge sind extrem klar verständlich und werden punktgenau auch außerhalb des Centerbereiches posiioniert. Steht jemand seitlich, oder klopft es rechts außen an der Tür, dann ist es auch genau dort zu hören. Perfekt.
Extras: Das Bonuspaket ist zu umfangreich, um auf jedes Detail einzugehen. Aber die Highlights sollen nicht ungenannt bleiben. Und das ist ganz zweifellos der obligatorische Kurzfilm der auf allen Pixarfilmen als Beigabe vorliegt. Ebenfalls ansehnlich ist die Doku "Das Abenteuer wartet, in der in 22 Minuten unglaubliche Szenen gezeigt werden, in dem das Team Südamerika besuchte, um sich von der Natur dort inspirieren zu lassen, die später so eindrucksvoll im Film nachgezeichnet wurden. Es gibt dann noch alternative Enden für den Bösewicht Muntz in einer bebilderten und von der Crew erklärten Featurette. Eine zusätzlich Bonus-disc und BD-live-Material ergänzen das enorme Bonusangebot und sorgt für stundenlangen Spaß für kleine und große Zuschauer. --movieman.de
VideoMarkt
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Blickpunkt: Film Kurzinfo
kulturnews.de
Kurzbeschreibung
Produktbeschreibungen
Zu spät bemerkt er den blinden Passagier auf seiner Veranda: der 8-jährige Pfadfinder Russell hatte sich unbemerkt angeschlichen mit dem Ziel, Carl etwas Gutes zu tun, um sich so sein letztes, noch fehlendes Pfadfinderabzeichen zu verdienen. Doch mit seinem ständigen Geplapper und seiner unendlich guten Laune geht er Carl wahnsinnig auf die Nerven. Dessen Laune bessert sich nicht erheblich, als sie - im Dschungel angekommen - den sprechenden Hund Dug kennenlernen und auf einen prähistorischen Vogel namens Kevin stoßen, der durch seine einzigartige Mimik und Gestik einen ziemlich schrägen Eindruck macht. Dieses kuriose Expeditionsteam macht sich auf eine außergewöhnliche Reise, in der kindlicher Leichtsinn auf die Gelassenheit des Alters trifft - mit einem ungewöhnlichen Ergebnis







