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72 von 86 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einer der schönsten Filme aller Zeiten, 11. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Oben [Blu-ray] (Blu-ray)
Dies ist für mich einer der schönsten Filme aller Zeiten (und steht für mich auf einer Stufe mit "Vertigo" und die "Die Brücken am Fluss"). Er zeigt nicht nur die Virtuosität, mit der Pixar Geschichten zu erzählen versteht, nein, er zeigt generell, dass nur Pixar es zurzeit versteht, Geschichten allein mit Bildern und nicht nur über Dialoge oder gar Qequassel zu erzählen. Schon bei "Wall-E" vollbrachten sie die Meisterleistung, die ersten 20 Minuten des Films vollkommen ohne Sprache fühl- und erlebbar zu machen. Bei "Oben" nun ist es die grandiose Anfangs-Sequenz, die in 5 Minuten ein ganzes Eheleben mit all seinen Freuden, Enttäuschungen und Widrigkeiten des Alltags zeigt. Ich schäme mich nicht, zuzugeben, dass ich im Kino von dieser Szene so ergriffen war, dass ich aus dem Weinen gar nicht mehr herauskam - und das hat mich ebenso sehr überrascht. Doch nie zuvor habe ich in einer anmutigeren Art erzählt bekommen, wie sich Träume zerschlagen können, nicht, weil sie vom Alltag emotional verdrängt werden, sondern weil im Alltag Rechnungen bezahlt werden müssen, um Dächer auszubessern, Krankenhausaufenthalte zu bezahlen oder Ähnliches. Diese Sequenz legt die Stimmung der folgenden Filmhandlung fest. Und dementsprechend folgt die weitere Geschichte dem Finden von Träumen mit einer stark melancholischen Note. Schon alleine das und die Beschäftigung mit dem Tod ist für einen Trickfilm äußerst mutig. Zu welchem Schluss der Film dann kommt, ist ebenso emotional erzählt, wie die Charaktere liebevoll mit all ihren Macken gezeichnet sind. Wer kann, sollte sich den Film übrigens im Original anhören, denn nur dort ist die Stimme von Russell und den Kinderfiguren wirklich zuckersüß. Zumindest die österreichische (!) Synchronfassung kann bei Carls noch mit dem Original mithalten. 15 von 10 Punkten.
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54 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Zeichentrickfilm mit Tiefgang, 26. Oktober 2009
Ja, es gibt die DVD noch nicht. ABER: Dieser Film hat mich so berührt, dass ich es nicht abwarten kann meine allererste Rezension zu schreiben. Und wem das noch nicht genug ist, soll weiterlesen: Ich liebe Disney- und Pixar-Filme generell (mit einigen Ausnahmen, die meiner Meinung nach nicht gut sind, aber das tut hier nichts zur Sache). Dennoch - oder gerade weil ich fast alle Filme kenne - sehe auch ich klare Qualitätsunterschiede: Die alten Disney-Filme sind meiner Meinung nach die Besten, weil sie Tiefgang haben, weil sie über sehr lange Zeiträume hinweg bis ins letzte Detail ausgearbeitet worden sind, weil man mit dem Herzen voll und ganz dabei war, weil auch oftmals eine Moral hinter dem so schön gezeichneten Film steckte. Bei neuen Filmen habe ich das oftmals vermisst. Der Witz der (meisten) Filme wurde zwar besser aber der Tiefgang fehlte. Eine Moral gab es oftmals zwar (z.B. 'Lilo und Stitch': Jeder kann sich ändern & Andersartigkeit ist etwas Besonderes und nichts Abscheuliches) aber es fehlte das Gefühl, dass sämtliche Mitwirkenden an diesem Film mit dem ganzen Herzen und aller Leidenschaft dabei waren. Bei "OBEN" hatte ich dieses Gefühl. Sämtliche Szenen sind wundervoll durchdacht, die Charaktere sind einzigartig und besitzten eine ganz eigene Persönlichkeit. Die Geschichte wird nicht langatmig sondern liebevollst erzählt und jeder Handlungsstrang greift stimmig ineinander über. Dies liegt mit Sicherheit auch daran, dass der Film von langer Hand vorbereitet worden ist und zunächst mit den Figuren begonnen wurde. Wie Figuren sollten erst "leben", zu eigenständigen Persönlichkeiten werden, bevor mit Zeichnungen zum Handlungsstrang und genauer Ausarbeitung der Geschichte begonnen wurde. Sämtliche Emotionen werden somit durch die sehr interessanten und einzigartigen Charaktere geweckt: Von Trauer über Freude, Spaß und Abenteuerlust zu Mitgefühl und Aufregung. Besonders wertvoll aber ist die Menschlichkeit, die der gesamte Film ausstrahlt. Zu Anfang werden Kinder mit dem Tod konfrontiert. Leider gehört dies nun mal auch zum Leben dazu; der Film zeigt es aber in einer so sanften, gefühlvoll und kindgerechten Weise, dass er meiner Meinung nach schon alleine dafür das Prädikat "Besonders wertvoll" erhalten müsse. Dem aber noch nicht genug, wird die ungewöhnliche Freundschaft des kleinen Jungen mit dem alten Herrn so interessant und liebevoll gestaltet, dass man auf ein Nachdenken der Menschen hofft. Unsere Gesellschaft wird immer älter und die Gefahr der Vereinsamung ist gegeben. Wie wunderbar wären da solche Freundschaften, die den Alten jung halten und den Jungen weise Geschichten lehren! Und wenn Sie dies noch nicht überzeugt hat: 'Oben' ist der erste Trickfilm, der die Filmfestspiele in Cannes eröffnen durfte! Meiner Meinung nach völlig zu Recht!
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43 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
FSK 0? Naja....Nicht wirklich ein Kinderfilm, 27. Mai 2010
Also man kann sagen, was man will, manchmal finde ich die Klassifizierung von Filmen durch die FSK schon etwas fragwürdig. Bei FSK 0 denke ich an einen reinen Kinderfilm, unbeschwert von allen Trübnissen des Daseins, möglichst laut und lustig, möglichst bunt und schrill.... ...und genau das ist "Oben" nun bestimmt nicht. Ich halte ihn für den "erwachsensten", nachdenklichsten, schwermütigsten Film von Disney/Pixar überhaupt. Das zeigt sich schon in den ersten zehn Minuten: Hier wird das Leben der Hauptfigur Carl, dem grummeligen Alten, im Zeitraffer vorgestellt. Als Kind lernt er seine Frau Ellie kennen und lieben - die Sequenz endet nach rund zehn Minuten mit ihrem Tod. Dieser Verlust zieht sich dann auch als Motiv - und Motivation für Carl, den Lebenstraum von Ellie posthum zu erfüllen - durch den ganzen Film. Was diesem natürlich eine durchgängig eher malancholische, wehmütige Stimmung verleiht, denn Carl fühlt sich im Grunde sehr leer und allein gelassen. Da kommt Russel - die nächste eher tragische als komische Hauptfigur ins Spiel. Der rundliche Pfandfinder braucht noch sein Abzeichen für die gute Tat für Senioren. Und er sucht sich ausgerechnet Carl aus, um diese gute Tat zu vollbringen. Russel ist auf der Suche nicht nur nach seinem fehlenden Abzeichen, sondern auch nach dem Ersatz einer Vaterfigur, denn sein Vater kann bei all seinen Unternehmungen aus Zeitmangel nie dabei sei. So finden schlußendlich im zwangsläufigen Happy-End beide "Alleingelassenen" zueinander und schließen eine ungleiche Freundschaft. Ob Kleinkinder unter 6 Jahren das grundlegende Motiv dieses Filmes überhaupt verstehen, bezweifle ich nachhaltig. Ich kann nur an meinen zwei Kindern (5 und 3) feststellen, dass sie das Thema Tod zwar beschäftigt, dass sie es aber nicht wirklich fassen können. Was für einen Kinderfilm aber absolut untypisch ist, ist der krasse und sehr deutlich dargestellte Tod des Bösewichts Muntz, der mit nichts als ein paar Luftballons in der Hand aus großer Höhe in den südamerikanischen Dschungel stürzt. An dessen Ableben gibt es so dermaßen gar nichts zu deuteln, dass ich das einfach als äußerst irritierend für einen Kinderfilm empfinde. Ich habe in dieser Altersklasse - ausser den klassischen Märchenfilmen - eigentlich keinen einzigen Film in Erinnerung, in der der Tod einer Hauptfigur so drastisch dargestellt wird (wenn es überhaupt dazu kommt). Wer also mit dem Tod der Mütter von Bambi, Cap oder Nemo am Anfang der jeweiligen Filme schon hadert und seinen Kindern diese Szenen lieber (noch) vorenthält, der wird mit der minutenlangen Kampfszene zwischen Carl und Muntz und dem folgenden drastischen Ende von Muntz echte Probleme haben. Wir haben für uns beschlossen, "Oben" noch einen Weile ganz oben im Filmregal stehen zu lassen und unseren Kindern noch ein paar Jahre vorzuenthalten. Ich denke ernsthaft, dass "Oben" nichts für die ganz Kleinen ist. Um sich gezielt mit dem Thema Tod zu beschäftigen, mag "Oben" ein guter Anfang sein. Aber ohne eingehende Erklärungen bleiben den Kleinen meiner Meinung nach zentrale Motive des Film einfach verschlossen. Und wahnsinnig lustig ist "Oben" dann nun auch wieder nicht, wie auch? Es gibt einige wirklich lustige Momente. Vor allem Doug, der sprechende Hund, ist schon sehr kindgerecht (seine Artgenossen im Dienste Muntz sind dann allerdings teilweise um so verstörender dargestellt). Aber diese Momente bleiben die Ausnahme. Für mich bleibt als Fazit, dass "Oben" wieder ein sehr guter Disney/Pixar Film geworden ist. Aber eines ist für mich auch ganz deutlich: "Oben" ist ganz und gar kein Kinderfilm, zumindest nicht für die Kleinen unter sechs Jahren. Größere Kinder und Erwachsene werden ihren Spaß an diesem Film sicher haben und ihn auch verstehen und "verdauen" können. Da ist mal wieder die ganze Problematik der FSK Freigabe zu sehen: Man die FSK-Freigabe auf dem Film so groß anbringen wie man will, der Konsument ist niemals dagegen gefeiht, dass bei der Klassifizierung doch Quark rauskommt (mal zu streng, mal zu weit ausgelegt). Also komme ich wieder einmal zur Überzeugung, dass ich mir jeden Film vorher anschaue, bevor ich ihn den Kindern serviere...
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