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Ob wir wollen oder nicht: Roman
 
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Ob wir wollen oder nicht: Roman [Taschenbuch]

Karl-Heinz Ott
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: Taschenbuchausgabe. (1. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423139714
  • ISBN-13: 978-3423139717
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,8 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 748.369 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Karl-Heinz Ott
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Seine Mutter hat's schon immer gewusst: "Du landest noch in der Gosse!" Und tatsächlich wird der Icherzähler von "Ob wir wollen oder nicht" auf seine alten Tage zum Knacki - wenn auch nur für eine Nacht. Er kann das alles aber nicht wirklich ernst nehmen: Was hat er denn schon gemacht? Während die erste Hälfte des Romans noch wie ein Kampf gegen die Mühlen der Justiz anmutet, erweist er sich in der Folge als groß angelegte Studie zur Einsamkeit. Der Blick wird mehr und mehr auf eine ganze Region gerichtet, die bereits vor vielen Jahren dem Verfall preisgegeben wurde. In der Abgeschiedenheit versauern hier die Menschen, ihren Gram tief in sich eingeschlossen. Segen und Fluch zugleich ist in Otts Roman der namenlose Erzähler, der gar nicht erst den Anspruch erhebt, zu erzählen. Es ist vielmehr seine Beobachtungsgabe, die ihn kennzeichnet. Sprachlich ist das sehr stimmig, und ein Gedanke führt ihn stets zum nächsten. Wenn er in seiner Zelle oder vor dem Richter sämtliche Möglichkeiten durchspielt, Möglichkeiten, die immer mehr drohen, unangenehme Realität zu werden, ist das sogar herrlich kafkaesk. In diesen Momenten wird der Leser dann auch für die extrem verschachtelten Sätze entschädigt. (ba) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Virtuos komponiert, fulminant erzählt:Nach dem großen Erfolg von Endlich Stille Otts neuer Roman Mit dem Grauen, das sich im Keller des Gasthofs zugetragen hat, will er nichts zu tun haben. Doch ein Zeuge hat gesehen, wie er den Tatort verließ ... Der Erzähler in Karl-Heinz Otts neuem Roman befindet sich in Untersuchungshaft, während diejenigen, die die Tat vermutlich begangen haben, spurlos verschwunden sind. »Dass ausgerechnet ich hier sitzen muss, ausgerechnet ich, in diesem Loch mit einem Waschbecken, einer Kloschüssel und kahlen Wänden, und das bei schönstem Wetter, ausgerechnet ich, von dem jedes Kind weiß, dass ich keinem etwas antun könnte ...« In einem furiosen inneren Monolog entfaltet Karl-Heinz Ott ebenso spannend wie reflexiv das Seelenpanorama einer Figur, die einmal aufgebrochen war, sich selbst und die ganze Welt zu verändern, um schließlich in jeder Hinsicht im Abseits zu landen. Dabei wird nicht nur sie selbst vom Alb der Vergangenheit eingeholt. Karl-Heinz Ott erzählt in einer so mitreißenden Sprache, dass Schrecken und Komik kaum voneinander zu unterscheiden sind. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von C. Stotz
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Mann sitzt im Gefängnis. Getan hat er - im wahrsten Sinne des Wortes - nichts und gerade das ist sein Vergehen. Während die wahren Schuldigen noch auf der Flucht sind, wird er weil er in der Nähe des Tatorts gesehen wurde, als Beteiligter verhaftet.

In der Zelle sitzend resümiert er das Geschehene, und auch den Weg, der ihn dorthin geführt hat. Schnell zeigt sich, dass das, was ihn nun ins Gefängnis geführt hat, ein Wesenszug seines ganzen Lebens ist; daneben stehen. Das Leben ist in den vergangenen Jahren an ihm vorbei gezogen, wie der Verkehr an dem kleinen Schwarzwalddorf, in das das Leben ihn gespült hat.

Nach "Endlich Stille" zeichnet K.H. Ott wieder einen Sonderling in einer ganz besonderen Ausnahmesituation. Fast die gesamte Handlung wird als innerer Monolog wiedergegeben. Und der richtet sich nur wenig nach den Regeln eingängiger Rhythmik. Die Folge sind mitunter ellenlange und verschachtelte Sätze, die es dem Lesern schwer machen, sich in die Handlung einzufinden, die aber zugleich in hohem Maße den verschrobenen Charakter der Hauptfigur unterstreichen.

Ein sperriges und unbequemes Buch, aber eine eindrucksvolle Studie von Schuld und Sühne, Handeln und Unterlassen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
"Ob wir wollen oder nicht" ist der Gedankenstrom eines verkrachten 68ers, der im Gefängnis landet. Otts Thema: Schuldig werden, indem man Dinge tut oder aber unterlässt. In Otts dritten Roman sind im Gegensatz zu den Vorgängern die Sätze ineinander verschlungen wie die Glieder einer Kette. Beinahe übergangslos greifen sie ineinander und der Verschluss ist in weiter Ferne. Oder er kommt gar nicht. Jedenfalls gibt es keine Auflösung eines Geschehens, das wie ein Krimi beginnt.

Der Ich-Erzähler wird verhaftet und landet als Zeuge und Verdächtiger eines blutigen Überfalls im Gefängnis. Die anderen Verdächtigen sind auf der Flucht.
Der Monolog beginnt damit, "dass ausgerechnet ich hier sitzen muss, ausgerechnet ich, in diesem Loch mit einem Waschbecken..". Nach einer kurzen Vernehmung sei sicher alles erledigt, was ein halbwegs vernünftiger Mensch sicherlich einsehen würde, beschwört sich Richard T. selber. Aber schon hier ahnt der Ich-Erzähler und mit ihm der Leser, dass dieser Mensch sich selbst betrügt.
"Kleine, krumme Geschichten", die er als Tankstellenpächter und Autoverkäufer am Laufen hatte, gibt er sich gerne zu, aber an seine große Lebensfrage scheint er nicht heran zu kommen. Im Gefängnis pendelt der einstige 68er zwischen Vertuschung, Larmoyanz und Gnadenlosigkeit. Er dreht sich im Kreis und richtete seinen Zorn nach außen und innen. "Mit sich allein dröhnen die Gedanken am lautesten", bemerkt der Gescheiterte. Jetzt muss er einsehen, dass das Entkommen vor sich selbst am schwierigsten ist. Falls er es einsieht.

Otts um sich selbst zirkelnder Monolog, den Feuilleton- Kritiker mit Thomas Bernhards Tiraden vergleichen, streben keiner Lösung oder Auflösung zu. Den engen, auswegslosen Raum findet der gestutzte Revoluzzer nicht nur im Gefängnis. Detailliert und in einer genauen, aber gar nicht blumigen Sprache schildert der Autor das Drumherum. Karl-Heinz Ott kann hinschauen und seine Beobachtungen wie nebensächlich formulieren. Das Dorfmilieu liegt dem Autor immer noch am meisten. Dort, wo man sich kennt und unter unvorhergesehenen Umständen ganz neu kennen lernen muss, bedeutet jede Veränderung unmittelbares Unwohlsein.
Treffend beschreibt Karl Heinz Ott das Unwohlsein des Polizisten Walter, den man natürlich kennt im Dorf, und der jetzt einen abführen muss, den er auch zu kennen glaubte. Die Amtsperson bricht dann durch "mit einem Gehorsam, der zwar grundlos, aber zur Gewohnheit geworden war". Und gleich darauf schwenkt Ott in das Gegenteil und beschreibt eine "gnadenlose Gerechtigkeitserregung".
Die Lektüre des Buches ist nicht ganz einfach wegen der zusammengeschachtelten Sätze. Also absolut keine Bettlektüre. Aber sprachlich ist Ott große Klasse und in seinen Worten und Satzschleifen ist spannungsvolle Musik drin.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ob man will oder nicht, ... 10. November 2008
Von Beccaris
Format:Gebundene Ausgabe
... diese Erzählung erfordert die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des Lesers, nur dass man selbst entscheiden kann, ob man sich dieser Anstrengung aussetzen will oder nicht.

Normalerweise mag ich allzu verschachtelte Sätze nicht unbedingt und der Einstieg in die Lektüre fiel mir ein wenig schwer. Trotzdem habe ich nach und nach mit Freude das Buch wieder zur Hand genommen. Zu lesen begonnen habe ich im Schwarzwald selbst (dort wo die Erzählung handelt), in der Hoffnung etwas über Land und Leute zu erfahren. Darüber ist im Buch jedoch sehr wenig zu erfahren. Mir hat besonders die Sprache und der originelle Einfall (Selbstgespräch des Protagonisten) gefallen !
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