Die "OTOWAXOL sine Loesung" ist in jeder Hinsicht nur ein Mittel für leichtere Fälle von Ohrenschmalz. Bei mir hat diese trotz mehrfacher Anwendung nicht nur nicht den gewünschten, sondern nicht einmal den geringsten positiven Effekt gehabt. Als Nebenwirkung kann jedoch auftreten, dass Gehörgänge und Trommelfell bei mehrfacher Anwendung der Lösung gereizt reagieren, sich möglicherweise auch entzünden. Außerdem erweist es sich nach der Anwendung als schwierig, das Ohr so gründlich und intensiv zu spülen wie notwendig. Denn bei größeren Verstopfungen durch Ohrenschmalz fehlt es beim Spülen mit der der Normalpackung beigefügten (oder auch in anderer Form hier vielfach einzeln angebotenen) Ballon-Ohrenspritze an der entsprechenden Wassermenge - und vor allem auch am dafür nötigen Wasserdruck.
Auf diese Art von
OHRENSPRITZE 75 ml, 1 St verzichtet man besser auch aus einem anderen Grund. Sie ist keinesfalls der Weisheit letzter Schluss, wie ich von meinem HNO erfuhr. Beim Ausspülen der Ohren können sich Verunreinigungen und auf diese Weise auch Bakterien in einer solchen Spritze absetzen, und es besteht Schimmelgefahr. Es gibt OTOWAXOL auch in einer Packung ohne diese Ballonspritze (wie hier angeboten), die geringfügig preiswerter ist. Besser ist stattdessen, sich in der Apotheke zusätzlich eine Injektionsspritze aus Plastik (
2-teilige Injekt Solo Einmalspritzen - 20 ml - 100 Stück) zu besorgen, so man denn selbst tätig werden will. Sollten sich an einer solchen, durchsichtigen Spritze Ablagerungen bilden, so ist das im Gegensatz zur Ballonspritze leicht zu erkennen. Die Spritze sollte man dann nicht mehr reinigen, sondern gleich entsorgen.
Statt OTOWAXOL hilft bei leichter Verstopfung der Gehörgänge auch eine Essiglösung, so die Empfehlung meines Arztes: Normaler sechsprozentiger Haushaltsessig vermischt mit warmen Wasser im Verhältnis 1:1. Nach der Spülung kann und sollte man den Ohren noch zusätzlich etwas Gutes tun. Olivenöl oder aber
Eucerin pH5 Pflegesalbe, 100 ml auf die Kuppe des kleinen Fingers geben und in den Gehörgängen einmassieren (wodurch auch der ph-Wert dort reguliert wird). Bei ausgeprägteren Beschwerden hinsichtlich des ph-Werts sollte man der Salbe den Vorzug geben und diese dann eine Zeitlang zunächst täglich anwenden - in der ersten Zeit gegebenenfalls auch mehrmals täglich. Man spürt aber sehr deutlich, wann wieder eine "Salbung" nötig ist.
Eine solche Salbe (oder eben alternativ Olivenöl) sollte nach dem Duschen grundsätzlich immer mal wieder Verwendung finden, nachdem man die Gehörgänge zunächst mit einem dünnen Papiertuch (wie etwa weichem Toilettenpapier) oder mit Watte ausgewischt hat. Bei der Benutzung von Wattestäbchen dagegen wird der Ohrenschmalz in der Regel nur noch tiefer in Richtung Trommelfell geschoben anstatt entfernt zu werden. Auch eine Verletzung des Trommelfells ist durch sie leichter möglich als allgemein angenommen wird. Diese sollten daher - wenn überhaupt - nur mit größter Vorsicht zur Anwendung kommen. Eine gründliche Reinigung wie auch die Spülung der Ohren gelingt dem HNO-Arzt mit seinen dafür vorhandenen medizinischen Gerätschaften und Mitteln zudem meistens besser als dem Laien zuhause.
Sollte sich durch das Festsetzen von Ohrenschmalz oder die Verwendung von Lösungen wie der Genannten möglicherweise das Trommelfell entzündet haben, so braucht es zur Nachbehandlung auch schon mal Cortisonsalbe: Hydrocortison Hexal 0,5% Creme aus der Apotheke. Allein schon deswegen lohnt übrigens die Konsultation eines Facharztes. Für einen selbst erweist es sich als ausgesprochen schwierig, eigentlich sogar als unmöglich, den Entzündungsgrad realistisch einzuschätzen. Sollte der HNO-Arzt insofern die Anwendung von Cortisonsalbe für angebracht halten, so tut man gut daran, dem nachzukommen, da man die Entzündung in anderer Form sonst möglicherweise gar nicht in den Griff bekommt. Es lohnt übrigens nicht, an diesem Punkt mit dem Sparen anfangen zu wollen. Die Salbe muss man inzwischen zwar selbst bezahlen, sie erweist sich hinsichtlich des Preises aber als erschwinglich und hilft vor allem ausgesprochen gut. Die Anwendung ist in der Regel auf zwei Wochen zu beschränken, den Vorgaben lt. Packungsbeilage oder des Arztes aber sollte man unbedingt Folge leisten.
Entstandene Schäden am Trommelfell können sich als ein überaus lästiges und auch langwieriges Handicap erweisen. Daher bei Beschwerden nicht selbst mit spitzen Gegenständen tief in den Ohren auf Ursachenforschung gehen. Ebenso wenig mit Wattestäbchen, obwohl man gerade die in der Regel dafür als so gut geeignet erachtet! Stattdessen bei kleineren, aber hartnäckigen Unannehmlichkeiten an den Ohren nicht mehr lange warten: Häufiges Ohrenjucken kann bereits ein Hinweis auf vorhandene Rückstände oder einen zu geringen ph-Wert in den Gehörgängen sein, was beides lohnt überprüfen zu lassen. Sich daher lieber gleich ein Herz fassen und den Facharzt aufsuchen. Hinsichtlich der entstehenden Kosten läuft das übrigens in etwa auf das Gleiche hinaus, erweist sich aber meistens als effektiver.