Nachdem ich die Möbel meines Arbeitszimmers mit wasserlöslichen Acryl-Klarlack behandelt hatte, bekam ich eine Hautkrankheit: Der Lack (von Max Bahr) war nicht schweißecht, löste sich im Laufe der Zeit auf und verursachte an den Kontaktstellen Hautrötung und Hautablösungen, die erst nach 2 Jahren Behandlung mit Salben geheilt sind.
Nun habe ich den Mist komplett abgeschliefen und alle Möbeln mit Osmo Dekorwachs Transparent behandelt. Es enthält im wesentlichen Naturwachs, Sojaöl, Distel- und Sonnenblumenöl, dringt langsam und tief in das Holz ein und hebt die Maserung auf. Dabei wird das Holz (Kiefer) leicht dunkler und die Oberfläche läßt sich gut polieren.
Das anbringen ist wirklich kinderleicht, ob mit Pinsel oder Lappen, man kann nichts verkehrt machen und auch zwischendurch die Arbeit unterbrechen. Allerdings sollten die Übergänge nicht abrupt sein, d. h. die "Grenzstelle" sollte weich "auslaufen". Dann kann die Arbeit am nächsten Tag dort wieder aufgenommen werden.
Zum Reinigen werden keine Lösungsmittel benötigt: Hände mit Seife waschen genügt und man kann schon zu Tisch gehen.
Der Anteil an Lösungsmittel (in dem Fall Testbenzin) ist sehr, sehr gering, es riecht etwas nach Pfefferminz, aber wirklich minimal und man muß eine feine Nase haben um es wahrzunehmen.
Die Trockenzeit dauert nach meiner Erfahrung bei einem satten Anstrich länger als die angegebenen 12 Stunden. Manche Stellen (Asten) sind u.U. nach 2-3 Tage noch etwas klebrig, ansonst habe ich keine Nachteile Festgestellt.
Ist die Oberfläche vor dem Anstrich glatt geschliefen, genügt es anschließend diese mit einem Tuch kräftig zu polieren und das Holz erhält eine sehr schöne, glatte Oberfläche mit einem dezenten Seidenglanz.
Abgesehen davon, kann man das Holz nach einigen Monaten immer noch mit Bootslack streichen wenn eine sehr widerstandsfähige Oberfläche gewünscht wird.
Da der Wachs nicht ewig hält, muß die Behandlung von Zeit zu Zeit, wie bei Lederschuhe, wiederholt werden (Schreibtisch-Oberfläche z.B. 2 x / Jahr, Schränke vielleicht alle 2-3 Jahren) dann bleibt die Oberfläche wasserabweisend und wird mit den Jahren immer schöner und edler, aber auch dunkler.
Ich habe bisher, abgesehen von Bootslack (das sehr Lösungsmittelhaltig ist), nichts besseres gefunden.
Ich werde dieses Produkt wieder benutzen und kann es mit guten Gewissen weiter empfehlen.
Alternativ kann man auch selber Möbelwachs aufbereiten: Bienenwachs, Lederfett und Speiseöl mit einem Schuß Terpentin machen es auch, halten aber nicht so lange wie die Osmo-Rezeptur.
Das Produkt ist übrigens sehr ergiebig: Angegeben sind 15 m2 für 750 ml. Ich komme mit eine Dose nicht ganz so weit weil ich den Wachs ziemlich großzügig mit dem Pinsel verteile und nach einer 1/2 Stunde noch etwas dazu gebe (kleiner 2. Anstrich). Eine solche Behandlung kostet etwas mehr als 1 Euro / m2, sieht aber verdammt gut aus. Ich denke es ist für ein Naturprodukt dieser Qualität angemessen.