Es erfordert schon ein bisschen Geschick, um aus einem einfachen Blatt Papier ein Schiff falten zu können. Aber mit etwas Hilfe ist ein interessiertes Kindergartenkind schnell in der Lage, eine ganze Armada von Schiffen auf dem Tisch zu basteln. Damit aber nicht alle Schiffe gleich aussehen müssen, hat die Autorin Jannie van Schuylenburg Faltanleitungen für weitere traditionelle Boote, eigene Ideen sowie Schiffe von Mark Botilho und Paula Versnick zusammengetragen In ihrem Bastelbuch "Origami Schiffe" hat sie 23 verschiedene Bootstypen in die Gruppen Fröbelboote, Freizeitboote, Jachten und Segelschiffe, Historische Boote und Hochsee-Schifffahrt eingeteilt. Ergänzt wird die Papierflotte durch kleine Flugzeuge für den Flugzeugträger und Anregungen für maritime Urlaubsgrüße.
Nach einem kurzen Vorwort, in dem Jannie van Schuylenburg erklärt, dass es für sie als Schifferkind von Kapitänen etwas ganz besonderes ist, ein Buch über Boote zu schreiben, gibt sie eine bebilderte Übersicht der 23 beeindruckenden Modelle. Schon an dieser Stelle kommt man aus dem Staunen kaum heraus was für komplizierte Schiffe man aus einem schlichten Blatt Papier zusammenfalten kann. Die Autorin weist daraufhin, dass alle Modelle in ihrem Buch "Origami Schiffe" aus sogenanntem "Aquapapier" gefaltet worden sind. Dieses speziell beschichtete Papier macht die gefalteten Modelle praktisch unsinkbar - ein Wort, das im Zusammenhang mit Schiffen, vor allem großen Ozeandampfern, nicht ganz unumstritten ist... Die Modelle lassen sich auch aus anderen Papieren herstellen, sind dann nur leider nicht hochseetauglich. Um das Verstehen der Anleitungen zu erleichtern, erläutert Jannie van Schuylenburg mit Hilfe von kleinen Zeichnungen und einfachen Texten die verschiedenen Falttechniken und die von ihr benutzen Symbole, außerdem gibt sie zu jedem Schiffsmodell den Schwierigkeitsgrad zwischen 1 und 3 an.
Zum "Warmfalten" beginnt das Buch "Origami Schiffe" zunächst mit einigen Varianten der altbekannten Fröbelboote. Doch dann zeigt Jannie van Schuylenburg ihr ganzes Können: Schritt für Schritt erläutert sie gut nachvollziehbar wie aus einem Blatt Papier ein Ruderboot mit Segel, ein Windsurfer oder ein Tretboot entsteht. Mit etwas Übung und Geduld gelingen auch Kindern ab sechs Jahren mit Unterstützung von Erwachsenen die interessantesten Schiffstypen, wie Jachten und Lotsenboote. Die historischen Schiffe, wie Cleopatras Schiff, das Wikingerboot und das chinesische Schiff, sind dann für geübte Falter geeignet. Die übersichtlichen Anleitungen machen ein erfolgreiches Nachbasteln durchaus möglich, sie erfordern lediglich ganz genaues Hinsehen, exaktes Falten und etwas Geduld. Wer es dann schafft aus einem 20 x 20 cm großem Papierblatt eine Autofähre zu zaubern, darf mit Recht stolz sein.
Das gesamte Buch "Origami Schiffe" ist in deutsch-englischem Paralleltext verfasst, so dass auch Urlaubsbekanntschaften an fremden Stränden ganz leicht mitfalten können. Alle gefalteten Boote sind nicht nur gezeichnet, es gibt auch von jedem kleinen Meisterwerk ein Foto. So bekommt man eine kleine Hilfestellung wie das Endergebnis der Falterei aussehen soll. Die Fotografien zeigen auch, dass die Schiffe für kleine Playmobilmännchen und Spielzeugautos ideale Fahrzeuge sind. So kann ohne großen Aufwand der Fuhrpark eines Kinderzimmers deutlich aufgestockt werden.
Das Anleitungsbuch "Origami Schiffe" ist ein kniffliger Spaß für alle Boote- und Origami-Fans, die bald in See stechen möchten - Schiff ahoi!
(c) Maren Gierth von Literaturtipp.com