... dieser Vergleich drängt sich einfach unweigerlich auf: nicht nur, dass die Stimmen von Glen Hansard und Markéta Irglova denen von Damien Rice und Lisa Hannigan zum Verwechseln ähnlich sind (er: emotionsvoll, leidend, sich gegen Ende des Lieds vulkanartig entladend, sie: sanft, zart, ein Hauch von einer Stimme). Auch die Songstruktur und Instrumentalisierung erinnern schlagartig an das phänomenale "O"-Album: Sparsam arrangiert, im Mittelpunkt Hansards Akustik-Gitarre und Irglovas Piano plus einige Streicher hier und da.
Damit will ich "Once" allerdings nicht herabwürdigen. Im Gegenteil, ich liebe das Album. Extrem intime und einfühlsame Lieder über das Werden und Vergehen der Liebe. Die meisten der Lieder finden sich ebenfalls auf der grandiosen CD "The Swell Season", die Hansard und Irglova in Prag aufgenommen haben, wo der Sänger eine Auszeit von seiner millionenschweren irischen Band The Frames nahm. Sehr zum Vorteil: zwei der Lieder gibt es auch in einer Stadienhymnenversion von den Frames (Falling Slowly und When Your Mind's Made Up), aber die entschlackten Akustikversionen werden den sehr persönlichen Texten viel mehr gerecht, wie ich finde.
Fast hätte ich vergessen zu erwähnen, dass das Album natürlich den Soundtrack zum ebenso empfehlenswerten Film Once" bildet: ein von der Liebe und Finanznöten gebrochener Strassenmusiker/Staubsaugerreparateur trifft eine von ähnlichen Problemen geplagte junge Tschechin auf den Strassen von Dublin. Eine zarte Freundschaft/Beinah-Romanze entspinnt sich und beide finden über die gemeinsame Liebe zur Musik zurück auf ihren Weg.
Höhepunkt des Albums ist im übrigen das extrem ins Ohr gehende Falling Slowly".