,Obscured By Clouds' war wie schon ,More' eine Soundtrack-Auftrag des Regisseurs Barbet Schroeder. Hier wie dort stehen Hippies im Mittelpunkt, die fernab der Zivilisation ihr eigenes Leben, neue Werte oder was auch immer suchen. Diese Suche nach Alternativen ist auch schon alles, was die Filmhandlung mit Pink Floyd verbindet. Der Film hat in der Geschichte des Kinos keine besondere Rolle gespielt, uns aber ein weiteres schönes Album der Band beschert.
Nach dem ,Zabriskie-Point'-Desaster, ber dem nur ein paar Demo-ähnliche Aufnahmen herauskamen, die von Antonioni zum Großteil nicht für den Film benutzt wurden, befreien sich hier Pink Floyd von allzu festen Vorgaben. Mit Schroeder hatten sie schon gearbeitet, deshalb konnten sie sicher sein, dass er ihre Ergebnisse mögen würde.
Was herausgekommen ist, sind eine Handvoll Instrumentals, die den Film untermalen und eine Menge guter Songs, die alle das Zeug zu einem Hit der Band gehabt hätten. So wurden sie aber zur Zeit der Entstehung nicht allzu sehr geschätzt, weil man von Pink Floyd doch eher Ausflüge ins weite All gewohnt war. Lässt man diese Erwartung einmal hinter sich, erschließt sich ein Juwel von Platte, die auch nach Jahren noch gut und frisch klingt.
Der Opener ,Obscured By Clouds' ist typische Filmusik, die Atmosphäre erzeugen soll. Synthesizer und Gitarre geben den Ton an - typisch Floyd also. ,When You're In' spinnt den Faden weiter, kommt aber rockig und hart daher und beweist, dass die Band auch anders kann.
Die folgenden drei Songs überzeugen durch klaren Aufbau, guten Gesang und saubere Produktion, wenn auch ,Burning Bridges' ein bisschen arg schläfrig daherkommt; ,The Gold Is In The ...' sorgt aber für den nötigen Rock-Kontrast, und ,Wot's ... Uh The Deal' ist schlicht klasse. Hier zeigt Gilmour einmal mehr, dass er auch als Songwriter seinen eigenen, wieder erkennbaren Stil und gute Ideen hat. ,Mudmen' setzt wieder auf den Film-Effekt und dient dazu, eine bestimmte Szene zu untermalen.
Seite 2 der Original LP beginnt mit ,Childhood's End', einem weiteren Gilmour-Song, der gekonnt um wenige Akkorde herum gebaut ist und ein bisschen in die Richtung zeigt, in die sich die Band mit ,Dark Side Of The Moon' bewegte. ,Free Four' von Waters lässt elektronisch verfremdete Country-Music anklingen, und ,Stay' von Wright kommt sanft und poppig.
Der Abschluss ,Absolutely Curtains' mit dem (Eingeborenen-?)Chor im Hintergrund bleibt wohl so lange ein Geheimnis, bis man den Film gesehen hat. Vielleicht ist das Geheimnis als solches aber auch schöner ...
Im Ganzen eine schöne, entspannte Platte, die nicht nur PF-Fans gefallen dürfte.