In ihrem Buch "O Matador" schildert Patricia Melo die Karriere des jungen Brasilianers Maiquel, der vom Autoverkaeufer zum reichen Auftragskiller aufsteigt. Geschieht sein erster Mord noch aus falschem Imponiergehabe heraus, bei dem er, um seine Freundin Cledir zu beeindrucken, einen schwarzen Verbrecher umbringt, so wird er doch bald zum professionellen Auftragskiller, der sich zunaechst von seinem ersten Auftraggeber, einem Zahnarzt, mit einem neuen Gebiss, spaeter nur noch mit Geld bezahlen laesst. Seine Morde verschaffen ihm Reichtum und Anerkeknnung, doch retten sie nicht sein verkorkstes Privatleben, in dem er sich nicht zwischen zwei Frauen entscheiden kann. Sein Aufstieg findet ein jaehes Ende, als Maiquel schliesslich einen unschuldigen Jungen umbringt und er nun selbst um sein Leben bangen muss. Die Autorin hat mehrere Gespraeche mit inhaftierten Auftragsmoerdern gefuehrt, und so wirkt das Buch auch entsprechend glaubwuerdig und authentisch. Es ist in der Ich - Perspektive erzaehlt und so schnell und atemlos, dass man denken koennte, der Text waere original gesprochen. Anfuehrungszeichen sind ausgelassen, Dialoge bisweilen ohne Zeilenumbruch gesetzt, so dass Grenzen zwischen Erzaehltem und Gesprochenem, dem eigenen Wort und dem der anderen, der eigenen und fremden Meinung verwischen. So stolpert der Held mehr durch die Geschichte, als dass er sie selber steuern koennte, viel zu schnell laeuft alles an ihm vorbei; auch seine eigenen Taten, die er erst begreift, als sie schon geschehen sind. Wer solche Literatur mit z. T. deutlichen Sex - und Gewaltszenen, die bisweilen leider auch ins Klischee verfallen, mag, der wird vorliegendes Buch interessant finden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)