Ein weiteres Shakespeare Remake aus Hollywood, was sich dennoch von den anderen unterscheidet. Weggelassen wurden diesmal die original Verse, die eine Umsetzung in moderne Zeiten doch etwas hindern, wenn nicht sogar manchmal etwas lächerlich wirken lassen. Auch auf eine übertriebene und verworrene Darstellung wurde diesmal verzichtet.
Genau genommen liefert das Werk „Othello" das Grundgerüst für eine Story, die sich nahtlos in die aktuellen Geschehnisse unserer Zeit einfügen und ausfüllen lassen.Die Handlung spielt in einer High School, in einem Basketballteam, unter ganz normalen Schülern. Die einen sind „Helden", die anderen so unauffällig als wären sie kaum da.Die Intrigen eines einzigen Schülers, der alle Fäden in der Hand zu haben scheint und doch letztendlich nur Opfer unserer eigenen Gesellschaft ist, weben ein immer enger werdendes Spinnennetz um einige seiner Mitschüler und sich selbst. Das tragische Ende, wie es bei einer Tragödie von Shakespeare kaum anders zu erwarten wäre, erscheint auf den ersten Blick wieder typisch und überzogen. Bedenkt man jedoch die Ereignisse der letzten Zeit, so erkennt man, wie zeitlos Shakespeares Werke doch sind.
An der Besetzung der Jungstars ist nichts auszusetzen. Mit von der Partie sind unter anderem Julia Stiles („Hamlet"), die ohnehin ein Faible für Shakespeare Verfilmungen zu haben scheint, Josh Hartnett (Black Hawk Down) in seiner bisher fast überzeugendsten Darstellung und Mekhi Phifer („I still know what you did last summer") .
Auf den ersten Blick kein schlechter Film, der nicht unbedingt Neues liefert. Betrachtet man den Film aber in einem aktuellen Kontext, so wird man auch in der Lage sein, aus dem Film mehr zu ziehen, als eigentlich ursprünglich vielleicht beabsichtigt war.