Auch wenn die "Spielleyt" auf dieser CD den Synthesizer mal in der Ecke stehen lassen und sich auf den Einsatz "authentischen" Instrumentariums beschränken, haben sie ihren typischen Stil dennoch beibehalten: schwebende Frauenstimme, untermalt von filigran-atmosphärischem Klangteppich, der auch bei rhythmischen Passagen bzw. Stücken (Saltarello!) weich und warm bleibt. Typisch auch, dass dieses Album wieder ein Thema, ein Konzept besitzt, welches liebevoll behandelt und ausgelotet wird. Die CD enthält einige bekannte Mittelalter-Stücke, in der jeweils zartesten Interpretation, die ich kenne. Was dieses Werk grundsätzlich von den anderen CDs der "Spielleyt" unterscheidet, ist - neben dem Einsatz von Gastsängern - die Verbindung von Musik mit gesprochenen Texten, die von dem Schauspieler und Gaukler LUPUS (Manfred Richter) dargeboten werden. Dies ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber man sollte sich schon die Zeit nehmen, die Texte zusammen mit der Musik auf sich wirken zu lassen. Ich kann mir vorstellen, dass die CD für die Liebhaber authentischer alter Musik wie für ernsthafte Gothic-Fans gleichermaßen interessant sein könnte. Wer z.B. ESTAMPIE oder das ENSEMBLE UNICORN, oder aber andererseits die CD "Aion" von DEAD CAN DANCE schätzt, kann auch hier bedenkenlos zugreifen.