Kurzbeschreibung
Zwei Jahre sind vergangen seitdem die Veils mit "The Runaway Found" debütierten und sie gerne mit Bands wie Starsailor und The Verve verglichen wurden.
Nun hat Finn Andrews die Band neu formiert und in der vertrauten Umgebung Neuseelands die Songs für das neue Album "Nux Vomica" geschrieben: zehn Songs, die sich zu einem kompakten, atmosphärisch stimmigen Gesamtwerk verbinden - gleichzeitig aber so viele Facetten haben, dass die Ohren am Lautsprecher kleben wollen, um ja nichts zu verpassen.
Besonders interessant wird es, wenn Finn Andrews die Perspektive wechselt und "Advice For Young Mothers To Be" (Track 3) aus der Sicht einer Mutter singt. "Jesus For The Jugular" (Track 4) zeigt deutlich, das Tom Waits einen großen Einfluß auf Finns musikalische Entwicklung hatte. Auch Nick Cave hätte sicherlich seine Freude an einem Song wie "Under The Folding Branches" (Track 7), und obwohl Finn Andrews stimmlich eine Oktave höher liegt, ist sein Gesang von einer ebensolchen Intensität, Ausdrucksstärke und Emotionalität.
Nux Vomica, der südostasiatische Giftbaum, ist Gift und Heilmittel zugleich und in dieser Ambivalenz bewegt sich das gesamte Album. Musikalische Wut und Harmonie (Track 10, "House Where We All Live" bringt sehr schön Bläser und Mundharmonika zum Einsatz) und eine Stimme, die voller Hoffnung und Verzweiflung anklagende, melancholische und traurig schöne Texte intoniert. Der titelgebende Song (Track 8) ist erfüllt von bedrohlichem Schlachtfeldgetrommel und steigert sich zur Explosion. Gift und Heilmittel bekommen vor dem religiösen Hintergrund eine besondere Bedeutung - wer sagt denn, dass Opium fürs Volk schlecht sein muß...