Neue Zürcher Zeitung
upj. In Deutschland gelte es gegenwärtig als «chic», die Soziologie für unfruchtbar und überholt zu halten. Nun sei diese Meinung zwar modisch, aber falsch, und um dies zu belegen, greifen die Herausgeber aus dem Hause Suhrkamp zu einem probaten Mittel: Sie bringen ein Buch von Zygmunt Bauman, das 1990 unter dem Titel Thinking Sociologically erschienen ist, in deutscher Übersetzung heraus. Bauman hat in der Tat viele Argumente, die belegen, dass Soziologie alles andere ist als «eine lange, vollgestopfte Reihe von Bücherregalen». Als Menschen stehen wir immer mitten im «Geschäft des Lebens», als «Laien» verrichten wir dauernd differenzierte Tätigkeiten, mit denen unser Alltagswissen gleichsam Zinsen trägt, die dem «gesunden Menschenverstand» zugeschlagen werden können. Dennoch gibt es eklatante Unterschiede zwischen dem gesunden Menschenverstand und der Soziologie. Die Soziologie will nicht einfach Einblicke in die Erfahrungswelt des Menschen ermöglichen, sondern dessen Handeln gesellschaftlich vernetzen und als Modell begreifbar machen. Anhand von zwölf Kurzkapiteln aus dem täglichen Sein des Menschen zeigt Bauman die jeweilige Brücke auf, wo «gesunder Menschenverstand» in die Soziologie einmündet.
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Bauman hat "viele Argumente", schreibt "upj" in einer Kurzkritik, uns vom "Nutzen der Soziologie" zu überzeugen. Die Soziologie leiste eben mehr, als Einblick in die Erfahrungswelt des Menschen zu gewähren, sie verknüpfe sein Handeln, das im Alltag vom "gesunden Menschenverstand" regiert wird, zu einem gesellschaftlichen Modell. "upj" meint, Bauman zeige uns in zwölf kurzen Kapiteln genau den Punkt, wo der gesunde Menschenverstand "in die Soziologie einmündet".
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Kurzbeschreibung
Über den Autor
Zygmunt Bauman lebt in Leeds.