Die Box enthält die rein englische Fassung (mit englischen UT) der zweiten Staffel der Serie des US-Senders Showtime (der u.a. auch Dexter und Weeds produziert hat) mit 12 Episoden mit je knapp 30 Minuten. Jackie ist immer noch medikamentenabhängig. Das bleibt auch durchgehendes Thema wird aber mit weniger Effekten und Dramatik dargestellt als in der ersten Staffel. Ex-Affäre Eddie vertieft seine Bekanntschaft mit Ehemann Kevin und möchte die Beziehung zu Jackie weiter aufrecht erhalten. Die Ehe von Kevin und Jackie hat weiter Höhen und Tiefen, Tochter Gracie ist immer noch psychisch auffällig. O'Hara hat weiter temporäre Eskapaden, zeigt aber auch zarte Anzeichen für ein Ernsterwerden ihres Charakters. Cooper bleibt der etwas eitle Geck der ersten Staffel, Schwester Zoey flirtet mit dem neu eingeführten regulären Charakter des Rettungssanitäters Lennie. Der drogenabhängige Pfleger Sam aus Staffel 1 wird nach einer Rehabilitation und jetzt clean fester Mitarbeiter.
In die durchgehenden Geschichten um die Charaktere sind immer kurze Geschichten um Patienten eingewoben (z.B. ein Krebspatient, dem Jackie Pot als Medikament empfiehlt oder ein schwuler Patient in terminalen Zustand, dessen Lebenspartner ihn nicht gehen lassen will, die meist ein leicht komische Note mit einem tragischen Charakter verbinden).
Jackies Charakter und ihr Verhalten gegen ihre Mitmenschen, Familie und Freunde wird noch einen Tick schwieriger und ethisch fragwürdger als in Staffel 1 (aber auch mehr von diesen kritisert); ihr Mutterwitz und ihre Menschenliebe etwas weniger. Gleichzeitig steht sie aber etwas weniger im Mittelpunkt und andere Figuren erhalten mehr Gewicht. Hat dies in Staffel 1 noch ein bisschen geschadet, gelingt es hier sehr gut, weil die anderen Figuren (bis auf den für mich zu albernen Coop) gut erzählt werden und nun eine Präsenz erhalten, die gegenüber Jackie nicht zu sehr abfällt.
Die komischen-skurrilen Momente werden nicht unbedingt mehr, zünden aber noch einen Tick mehr (v.a. sehr knackige, geistreiche Dialoge). Sie stehen weiter in einer komischen Mischung mit extrem skurrilen, ernsthaft-philosophischen, dramatischen, tragischen und zuweilen auch spannenden. Die Mischung ist immer noch eigenartig, gelingt aber in der Balance und Harmonie noch einen Tick besser als in Staffel 1. Die Serie gewinnt an Kontur und die Spannung auf die nächste Folge ist höher als in Staffel 1.
Weiter Höhepunkt ist das gute Schauspiel. Die sehr präsente Eddie Falco trägt die zentrale Rolle mühelos und allen um sie herum gelingt eine glaubhafte und fesselnde Vereinigung von Witz, Skurrilität mit Ernsthaftigkeit, die die Serie nie ins Alberne abgleiten lässt. Besonders hervorgehoben sei Merritt Wever als süß-zynische Schwester Zoey. Sie spielt zwar durchgehend die gleiche Masche, aber die anbetungswürdig gut.
Fazit: Durch die eigenartige Mischung aus Tragik und Komik und Jackies schwierigen Charakter bleibt die Serie nicht jedermanns Sache. Wer die erste Staffel nicht gemocht hat, wird sich auch mit der zweiten nicht anfreunden können. Wer die erste gemocht hat, wird die zweite lieben.