Die Hörbuchausgabe von "Nurejews Hund", einer Erzählung aus dem Band "Rudernde Hunde", hat mir ausnehmend gut gefallen. Gelesen von Elke Heidenreich, die gemeinsam mit Bernd Schroeder auch den Erzählband herausgebracht hat, ist es eine vergnügliche Geschichte, die darüberhinaus von einer guten Sprecherin vorgetragen wird.
Erzählpassagen wechseln sich mit kurzen musikalischen Abschnitten ab. Russische Musikstücke von Krassilnikow, Prokofiev und Shostakovich lassen den Hörer in die drollige Ballettgeschichte "hineingleiten".
Zur Geschichte: Nurejews Hund, ein dickes, träges Tier namens Oblomow (benannt nach Gontscharows passivem Antihelden im gleichnamigen Roman) hat sein Herrchen bei einem rauschenden Fest der Pariser Boheme gefunden. Der Tänzer, der das Tier zunächst nur widerwillig aufgenommen hat, ist nach einiger Zeit mit dem gemächlichen Zeitgenossen ganz vernarrt in Oblomow. Nach Nurejews frühem Tod, landet der Hund - gemäß Nurejews Wunsch - bei einer ältlichen russischen Tänzerin, die einen ruhigeren Lebenswandel hat, als der gefeierte Ballettstar. Nach einiger Zeit beginnt Oblomow seine tänzerische Leidenschaft auszuleben... Als die Tänzerin ihn eines nachts bei einer Arabesque ertappt, beschließt sie, das Geheimnis dieses außergewöhnlichen Tieres zu bewahren.
Eine schöne Geschichte, ansprechend inszeniert.
Insbesondere Liebhabern des stillen Humors sehr zu empfehlen.