Nach den wirklich starken letzten Folgen der Krimis um Duncan Kincaid und Gemma James hatte ich große Hoffnungen und mein volles Vertrauen in den neuen Band gesetzt. Und da ich ein echtes Büchervielfresserchen bin bin, ist es auch wirklich schwer, mich zu enttäuschen. Ich fahre mehrmals wöchentlich längere Strecken mit der Bahn und es passiert mir sehr, sehr selten, dass ich dann doch lieber aus dem Fenster sehe, als mein mitgebrachtes Buch weiterzuschmökern. Bei diesem Werk aber habe ich mich so gelangweilt, dass ich erst diagonal gelesen und dann nach zwei Dritteln ganz aufgehört habe. Das ist alles so hölzern und aufgesetzt, dass es einen graust!! Gemma James stolpert als ich-weiß-alles -besser- Nervensäge durch die Gegend , die Personen, die auftauchen sind irgendwie alle wie aus dem Bilderbuch fürs Krimicasting, der gehörnte Ehemann hat natürlich gleich kein vernünftiges Alibi, was man als rechter Scotland Yard-Profi auf einen Blick an seinem Autolack ablesen kann ( ächz!)und die arme, arme Hazel, das fehlgeleitete Geschöpf, weiß weder, was sie will noch wie ihr geschieht und auf keiner einzigen Seite kann ich auch nur andeutungsweise nachvollziehen, was diese Frau eigentlich da tut! Weint angeblich jahrelang ihrer großen Liebe nach, die sie in Romeo und Julia - Manier selbst verlassen hat, heiratet dann- ja warum eigentlich?- einen anderen Mann, den sie aber nicht so wirklich liebt, trifft dann die große Liebe wieder, verabredet sich mit ihm im Haus gemeinsamer Freunde, absoviert dort mit lauter Verwandten, die damals schon gegen die große Liebe waren einen Kochkurs und weil das alles noch nicht auffällig genug ist nimmt sie noch die Nachbarin mit, damit die ihr die Flausen ausreden kann, was dann aber doch nicht gewünscht ist und nur zu einem seitenlangen "Soll ich oder soll ich nicht?- Generve inklusive Kopfschmerztattacke führt und kaum ist das Unvermeidliche dann doch geschehen, segnet der Romeo, der Arme, das Zeitlicheund alle außer Gemma und dem Labrador aus dem Reitstall sind irgendwie verdächtig...... Das ist grottenschlecht, sorry. Ich fand auch absolut nicht, dass die Atmosphäre der Highlands eingefangen wäre, es sei denn, man hält es für authentisch, wenn kräftige, rothaarige Männer Kilts tragen, Nebel wabert und Whiskey gebrannt wird. Nein, das war nichts, Frau Crombie. Ich werde ihr zwar insofern noch mal vertrauen, dass ich das nächste Buch sicher auch wieder kaufe, denn es kann nur noch besser werden, aber dieser Krimi dient nur als Schlafmittel.