Den beiden Herausgeberinnen ist etwas großartiges gelungen: nicht nur, daß sie das literarische Judentum der Postmoderne vor- und darstellen, sondern auch, daß sie anhand der ausgewählten und veröffentlichten Texte die Vielfalt jüdischen Lebens präsentieren, wie es rund um den Globus zu finden ist, und das in seinen Niederschriften den Begriff "jüdische Prosa" diversifiziert und eine beachtenswerte Bandbreite jüdischen Schreibens und Denkens reflektiert.
Die Lektüre der Kurzprosa bereitet dem Leser dabei kurzweilige wie nachdenkliche Momente. Jüdisches Selbstverständnis und Sich-Hinterfragen, Komisches und Skurriles begegnen dem lesenden Auge, und insgesamt schafft es die Sammlung der Texte, die Eindimensionalität des pauschalen Labels "jüdische Prosa" auf wundervolle Weise aufzufächern.
Dies ist ein Buch der vielen Seiten.