Hier, in diesem ersten, 1978 veröffentlichten Roman von Leon de Winter ist bereits sein Wille zu spüren, es genau zu nehmen mit dem, was er vorhat, nämlich ehrlich zu schreiben und zu beschreiben. Und er ist ein guter Dichter, ein Barde gar. Taugenichts,wer kennt nicht die wunderschöne Dichtung J.von Eichendorffs, in der ein junger Mann seinem Traum nachreist und am Ende mit Glück belohnt wird. Verdient (oder nicht verdient) erhält in dieser Geschichte unser Held etwas anderes, mehr sei im Moment nicht verraten. Und Leon de Winter beweist einmal mehr (zum ersten mal!) seine hohe dichterische Kunst.
Jeder, der seine Pubertät noch nicht vergessen hat, wird sich einwenig wiederfinden und die Probleme mit der Welt, der Umwelt, dem Heimatland, dem Vaterland, der Freundschaft, dem Lebensziel usf. werden in diesem Buch ungleich schöner und ausführlicher angesprochen als nur so allgemeinhin. Nein, hier bekommen wir etwas geboten, das als Dichtung eigentlich laut vorgetragen werden sollte, wie wenn ein Barde uns etwas erzählte so schön, so traumverloren, wo wahrheitsscheu, so leidvoll, so herrschend hart klingt es bisweilen beim Lesen. Und die rauhe Wirklichkeit wird uns nicht verlassen, nein sie kommt geradezu im Laufschritt auf uns zu. In Holland, in der Reise durch Deutschland, im 15-tägigen Aufenthalt in München und in den dezent angedeuteten Liebesabenteuern. Ein Meisterwerk aus der Frühzeit eines großen Dichters, lohnenswert zu lesen, denn wir werden manches zu spüren bekommen in nächster Zeit, was hier angedeutet wird.